Image-Sorgen
Berlusconi will tausende pikante Fotos verbieten

Die ersten Fotos des sardischen Reporters Antonello Zappadu mit dem teils freizügigen Einblick in das Partygeschehen auf Silvio Berlusconis Anwesen Villa Certosa waren nur der Anfang: Jetzt will Italiens Ministerpräsident etwa 5000 Schnappschüsse stoppen, die Zappadu auf der Luxusvilla Certosa über die Jahre hinweg gemacht hatte. Damit soll eine Veröffentlichung der Fotos verhindert werden.

HB ROM. Einen entsprechenden Antrag reichte Berlusconis Anwalt Niccolò Ghedini bei der Staatsanwaltschaft in Rom ein, wie italienische Medien am Montag berichteten. Begründung: Die illegal gemachten Fotos verletzten die Privatsphäre des Regierungschefs, auch wenn auf ihnen nur Harmloses und Unbedeutendes zu sehen sei. Auf diesem Weg hatte Berlusconi bereits kurz vor der Europawahl Hunderte von Fotos mit teils barbusigen Gästen seiner Villa Certosa beschlagnahmen lassen.

Der Anwalt wurde erneut aktiv, nachdem mehrere italienische Zeitungen über Tausende weiterer Fotos berichtet hatten. Auf einigen sei Berlusconi zu sehen, wie er zum Spaß Hochzeiten mit mehreren slawischen Schönen veranstaltet habe, hieß es. Der Regierungschef sei nach den Schlagzeilen um sein Privatleben in den vergangenen Wochen sehr um sein Image besorgt, vor allem auch mit Blick auf den im Juli in L'Aquila anstehenden G8-Gipfel der Staats- und Regierungschefs.

Erst vor Kurzem hatte das spanische Blatt "El País" als erste Zeitung in Europa zunächst in seiner Onlineausgabe und später in der gedruckten Fassung fünf der von Berlusconis Luxusvilla Certosa auf Sardinien geschossenen Bilder veröffentlicht. Berlusconis Anwalt Niccolò Ghedini kündigte daraufhin umgehend an, die spanische Zeitung verklagen zu wollen, weil die umstrittenen Fotos "illegal" gemacht worden seien. Berlusconi habe sie nicht erlaubt, sie verletzten seine Privatsphäre.

Die Bilder zeigen unter anderem barbusige Frauen bei einem Sonnenbad an einem Jacuzzi. Bis auf das von Berlusconi hat Zappadu die Gesichter auf den Fotos unkenntlich gemacht. Berlusconi ist nicht in der Nähe der barbusigen Frauen zu sehen.

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