Imageberater Frank Dopheide
„Kachelmann hat als Mediengesicht ausgedient“

Frank Dopheide berät Top-Manager dabei, sich glaubwürdig als Marke zu inszenieren. Ein Gespräch über Jörg Kachelmanns Chancen auf ein TV-Comeback – und warum es ihm schlechter ergeht als Silvio Berlusconi.
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Herr Dopheide, Wetter-Unternehmer Jörg Kachelmann hat nach dem vorläufigen Freispruch vor dem Landgericht angekündigt, bald wieder im Fernsehen aufzutreten. Das meint er nicht Ernst, oder?

Dopheide: Zumindest wird es Jörg Kachelmann als Moderator in einem öffentlich-rechtlichen Medium in Deutschland nicht mehr geben.

Da sind Sie sich sicher?

Ja. Kachelmann hat sich vor den Vorfällen immer als der junge, charmante Kumpel von nebenan inszeniert. Dieses Image ist durch die Vorwürfe – ob wahr oder nicht – so grundlegend zerstört, dass er nie wieder daran wird anknüpfen können. Zudem es ja nur ein Freispruch aus Mangel an Beweisen war.

Freispruch ist Freispruch…

Im Ernst: Kachelmanns erste Zielgruppe waren Frauen. Bei denen wird er eher nicht mehr als Sympathieträger auftreten können. Das zeigen doch auch die Reaktionen auf das Urteil.

Andersherum hat Kachelmanns Schweizer Firma Meteomedia fast ein Monopol in der deutschen Wetterberichterstattung. Wie soll die ARD auf ihn verzichten?

Sie müssen ja nicht auf seine Dienstleistung und seine Kompetenzen verzichten. Ich sage nur, dass Kachelmann als Mediengesicht ausgedient hat. Er kann ja durchaus im Hintergrund seine Firma weiterführen. Nur weil jemand sein Image ruiniert hat, verliert er ja nicht automatisch seine Kompetenzen, mit denen er einst als Unternehmer erfolgreich war.

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Kommentare zu " Imageberater Frank Dopheide: „Kachelmann hat als Mediengesicht ausgedient“"

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  • Ich (bin eine Frau) könnte mir auch vorstellen, den Kachelmann irgendwann wieder als Wetterfrosch im Fernsehen zu sehen. Denn seinen Job hat er doch immer gut gemacht. Sein Privatleben interessiert mich nicht.

  • "Mediengesicht": das sind die wahren Größen: "Mediengesichter.
    Da ist es doch schon vollkommen egal, daß sich eine Republik darüber echauffiert, daß ein perverser Schlamper es mit einer perversen Schlamperin treibt:
    Die "Verklärung des Gewöhnlichen" nimmt langsam Hofsta(a)t(t) an.

  • Kachelmann forever!

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