Immer die gleiche Masche
Schneeballsysteme: Mit Rabattkarten auf Beutezug

Windige Firmen machen mit Schneeballsystemen Kasse – jedoch clever getarnt und kaum greifbar.

HB FRANKFURT. Was Krankenschwester Marion K., 45, erzählt, klingt unglaublich: „Es war wie eine Gehirnwäsche. Ich war völlig verändert. Mein Mann hat mich nicht wiedererkannt. Ich konnte nur noch an das große Geld denken.“

Marion K. ist ein Opfer unter tausenden in Deutschland. Alle sind auf die gleiche Masche hereingefallen: Schneeballsysteme. Inzwischen sind sie so clever getarnt, dass die Betroffenen nicht merken, wie ihnen geschieht - mit Rabattkarten.

Die Firmen hinter den Machenschaften tauchen immer wieder auf: Provida, Gloport oder MCS – sie alle sind Stefan Wegener, Leiter der SoKo „Schneeball“ beim Berliner Landeskriminalamt, gut bekannt: „Viele verkaufen irgendein überflüssiges Produkt, um dem Ganzen einen legalen Anstrich zu geben.“

Im Fall von Marion K. waren es Rabattkarten der Firma Provida. „Mir wurde vorgeschwärmt, was ich damit alles billiger bekäme. Und ich könnte damit sogar reich werden.“ Und zwar, indem sie Verwandte, Freunde, Bekannte überredet, ebenfalls Rabattkarten zu kaufen und zu verkaufen.

Multi-Level-Marketing

Die Masche ist immer gleich: Die Mitglieder der Organisation kündigen Werbeveranstaltungen – immer von Mund zu Mund – an („Das musst Du einfach erlebt haben.“), bei denen Reichtum und Glück versprochen wird – wenn man nur in das System einsteigt. Das nennt sich „Multi-Level-Marketing“ und bedeutet: Wer erst in die Mühlen geraten ist, muss immer mehr neue Mitglieder für die Geschäfte werben, um sein eingesetztes Geld herauszubekommen.

Obwohl unklar ist, ob es die versprochenen Rabatte bei den so genannten Partnerfirmen wirklich gibt, kaufte Marion K. für 4600 Euro 100 Rabattkarten. Ihr war erzählt worden, sie könne sie für den doppelten Preis verkaufen. „Das ging natürlich nicht, obwohl ich die Nächte unterwegs war.“

Aber es wurde noch schlimmer: „Ich habe gute Bekannte mit reingerissen“, sagt Marion K.. Die lockte sie zu den Werbeveranstaltungen in feinen Hotels. Mit jedem neuen Opfer sollte Marion K. in der Hierarchie aufrücken, um eines Tages auch Rabattkarten im Hunderter-Pack zu verkaufen. Doch auch hier merkte sie: So viele neue Opfer gibt es nicht. Inzwischen ist Marion K. „aufgewacht“ und hat gegen Provida Klage eingereicht.

Quelle: News Frankfurt

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