Immobilienkrise
Bangen um die Hollywood-Buchstaben

Das Markenzeichen des amerikanischen Films ist in Gefahr: Das Gelände rund um den berühmten Hollywood-Schriftzug auf den Hügel von Los Angeles soll zum Baugebiet werden. Villen könnten bald den freien Blick auf die Buchstaben versperren, der Unmut der Bewohner wächst.

LOS ANGELES. Das ist nicht irgendein Bauprojekt. Hier geht es um das Symbol von Los Angeles", schimpft ein Immobilienmakler, der lieber ungenannt sein will. Wenn der Branchenexperte von seiner Villa im spanischen Kolonialstil auf die weltberühmten "Hollywood"-Buchstaben oberhalb seines Anwesens blickt, hat er Sorgenfalten auf der Stirn. Denn das Wahrzeichen der Filmstadt ist in Gefahr. Das riesige Grundstück hinter den 15 Meter hohen und 220 Tonnen schweren hellgrauen Metall-Buchstaben soll verkauft werden. Kritiker befürchten, dass durch den möglichen Bau von fünf Villen auf dem fast 56 Hektar großen Grundstück das einzige Symbol in der gesichtslosen Zehn-Millionen-Stadt für immer zerstört werden würde.

Das Grundstück auf dem 607 Meter hohen Cahuenga Peak ist filmreif. Die Hollywood-Legende Howard Hughes erwarb 1940 das Bergland, dessen Blick vom Pazifik bis hinüber zu den Schnee-bedeckten San Bernadino-Bergen reicht. Der Multimilliardär wollte hier für seine Lebensgefährtin Ginger Rogers ein Liebesnest bauen. Doch der Schauspielerin war es auf dem Berg über Hollywood schlichtweg zu einsam. Hughes gab schließlich seine Pläne auf.

Das Grundstück und das alte Baurecht geriet über 60 Jahre lang in Vergessenheit. Erst im Jahr 2002 entdeckte eine Investmentfirma aus Chicago das Grundstück und das vergessene Baurecht wieder. Versuche der Stadt, Los Angeles das Bergplateau zurück zu kaufen, scheiterten. Der gebotene Preis war den Besitzern zu niedrig. Die Stadt schätzt den Wert des riesigen Grundstücks in den Hollywood-Bergen auf sechs Mill. Euro. Die mit dem Verkauf beauftragte Immobilienfirma Teles Properties aus dem Millionärsparadies Beverly Hills hat aber 22 Mill. Dollar aufgerufen.

Die kunstsinnige Immobilienmaklerin Sarah Blanchard von Teles Properties versucht seit Monaten das Luxusprojekt zu verkaufen. An Interessenten hat es auch nicht gefehlt. Amerikaner, Japaner und Iren haben sich für das Grundstück mit Traumblick interessiert. Doch keiner hat bislang zugeschlagen. "Der Immobilienmarkt in L.A. ist besser als in anderen US-Metropolen. Doch auch hier wachsen die Herausforderungen", sagt ihre Kollege Ernie Carswell beschönigend.

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