Imperial
Finanzen an die Macht

Geld regiert die Welt. Die Wahrheit dieses volkstümlichen Ausspruches wird uns regelmäßig neu vor Augen geführt. Selten aber so drastisch wie in „Imperial“ von Mac Gerdts, der die Erkenntnis zum zentralen Element seines Spiels erhebt. Hier regieren nicht die Politiker, es sind die Geldgeber, die über Wohl und Wehe eines Staates entscheiden.

DÜSSELDORF. Imperial versetzt uns in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Die Staaten sind primär auf Expansion bedacht, Krieg ist das Mittel zum Zweck. Insofern gilt es, die Wirtschaftsmacht der Staaten ebenso zu stärken wie die militärische Präsenz. Für beides brauchen die Länder Geld – und hier liegt der zentrale Punkt.

Als Spieler sind wir die Investoren, die die sechs führenden Länder Europas mit Geld versorgen und die als größter Kreditgeber auch ganz selbstverständlich die Macht im Staat übernehmen. Dies bringt uns in eine schwierige Doppelrolle als Investor und Regent. Auf der einen Seite wollen wir in möglichst vielen Staaten die Macht übernehmen, gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass sich die Staaten gut entwickeln, denn nur dann können sie den Investoren die üppigen Kreditzinsen zahlen.

Ist der Staat klamm, haftet der jeweilige Regent mit seinem Privatvermögen – das kann bitter enden. Im Laufe der Partie werden wir also in unseren Staaten Fabriken errichten, Armeen und Schiffe einsetzen und in fremde Länder einmarschieren. Unser erwirtschaftetes Geld investieren wir in neue Kredite, deren Zinsen unser Vermögen mehren, eventuell aber auch einen Machtwechsel nach sich ziehen. Geld spielt natürlich auch am Ende die entscheidende Rolle, denn gewinnen wird nicht der mächtigste, sondern der reichste Spieler.

Der Hamburger Kleinverlag Eggert-Spiele mausert sich mehr und mehr zu einem Geheimtipp für hochklassige Spiele. Schon „Antike“ war eines der Top-Spiele des vergangenen Jahres. Auch dieses Spiel stammte von Mac Gerdts, der als Autor nun auch für „Imperial verantwortlich zeichnet. Seine innovative Zugrosette, mit deren Hilfe wir unsere Aktionen wählen hat auch in Imperial Eingang gefunden.

Imperial ist aber weit mehr als nur eine Variante des Erfolgsspiels Antike. Gerds hat viele neue Ideen eingebracht, die auch Imperial wieder zu einem Highlight machen. Verleger Peter Eggert sollte seiner Strategie treu bleiben, dann wird er unter Vielspielern bald eine große Fangemeinde haben.

ImperialEggert-Spiele

2 – 6 Spieler ab 12 Jahren
ca. 180 min
ca. 35 Euro
www.eggertspiele.de

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