Impfungen nicht empfehlenswert
Fakten zur Geflügelpest

Die Krankheit wird über die Luft oder Dung übertragen. Es gibt verschiedene Stränge der Viruserkrankung, von denen manche hochansteckend und für die Tiere tödlich sind. Es folgen die wichtigsten Fakten zu dem Ausbruch der Seuche.

Reuters AMSTERDAM. Seit März sind im Süden und der Mitte der Niederlande 26 Mill. Tiere getötet worden, um die Krankheit unter Kontrolle zu bekommen. Dies entspricht einem Viertel des Geflügelbestandes des Landes, des größten Geflügelexporteurs der Europäischen Union. Die Branche hat dies Schätzungen zufolge mit deutlich mehr als 100 Mill. € belastet. In Belgien wurden 2,5 Mill. Tiere getötet. Die Europäische Union hat den Export von Eiern und Geflügel aus beiden Ländern verboten. Mitte Mai soll entschieden werden, ob das Exportverbot verlängert wird.

Wissenschaftler haben die Quelle des Ausbruchs in den Niederlanden bislang nicht exakt feststellen können. Sie untersuchen, ob Wildvögel die Krankheit eingeschleppt haben könnten. Wasservögel wie Enten haben größere Widerstandskräfte gegen die Krankheit. Ohne selbst Symptome zu zeigen, können sie andere Tiere anstecken. Ende des vergangenen Jahres war den Untersuchungsergebnissen zufolge in den Niederlanden eine leichte Form der Geflügelpest aufgetreten, die in den tödlichen Strang mutiert sein könnte.

Impfungen sind nach Einschätzung des Chefs der Virologie der Universität von Hongkong für europäische Länder nicht empfehlenswert. Wenn die Tiere geimpft würden, könne das Virus gleichwohl auf niedrigem Niveau weiter vorhanden sein, sagte Malik Peiris. Soweit möglich sollte ein Ausbruch deshalb durch Schlachtungen bekämpft werden. „Das ist die Methode, die in der Vergangenheit benutzt wurde, und sie funktioniert.“ In Hongkong sei die Krankheit dagegen offenbar so weit verbreitet, dass Impfungen die einzige Möglichkeit seien.

Menschen sind nur in seltenen Fällen durch die Geflügelpest umgekommen. Vor 1997 ist kein Fall bekannt; in jenem Jahr starben in Hongkong sechs Menschen. Im April 2003 erkrankte ein niederländischer Tierarzt und starb an einer Lungenentzündung. Er hatte allerdings keine Grippe-Medikamente eingenommen. Seitdem sind die Vorschriften verschärft worden - jeder, der in Kontakt mit einem betroffenen Hof kommt, muss sich nun behandeln lassen. Das niederländische Gesundheitsministerium will die Auswirkungen der Geflügelpest auf den Menschen nun auf breiter Basis untersuchen.

Es gibt Experten zufolge keinen direkten Zusammenhang zwischen der Geflügelpest und der Lungenkrankheit SARS, die vor allem in Asien aufgetreten ist. SARS wird durch ein so genanntes Corona-Virus hervorgerufen, die gleiche Virusfamilie, die beim Menschen normale Erkältungskrankheiten hervorruft. Das Geflügelpest-Virus ist nach Angaben von Forschern grundlegend anders.

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