"Impfungen tragen zur Allergie-Abwehr bei"
Renovierungen erhöhen das Allergie-Risiko

Nach neuen wissenschaftlichen Studien entsteht für Babys ein erhöhtes Allergie-Risiko wenn sie sich während der Kinderzeit viel in renovierten Räumen aufhalten. Auch während der Schwangerschaft bestehen laut Studie Risiken.

HB LEIPZIG. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie an Allergien, Neurodermitis oder Atemwegserkrankungen litten, steige um etwa 40 Prozent, teilte das Umweltmedizinische Zentrum Leipzig am Mittwoch mit. Dennoch renovierten rund 60 Prozent der künftigen Eltern Teile der Wohnung und insbesondere die Kinderzimmer. In 25 bis 30 Prozent der Fälle komme es zu erheblichen Überschreitungen von Werten in der Raumluft.

Viele Farben, Lacke, Holzschutzmittel und Klebstoffe erhalten den Angaben zufolge so genannte flüchtige organische Verbindungen, die bis zu einem halben Jahr nach der Renovierung oder Ausstattung mit neuen Möbeln in der Luft bleiben. Das Allergie-Risiko für Kinder steige auch, wenn die Mütter sich während der Schwangerschaft in frisch renovierten Räumen aufgehalten hätten. Die Wissenschaftler fanden im Nabelschnurblut der Neugeborenen entsprechende Hinweise. Die Forscher raten, Räume viel und regelmäßig zu lüften.

Für mehrere Langzeitstudien hatte das Institut rund 5000 Kinder erfasst. Kinder im Osten seien weniger anfällig für Allergien als im Westen, sagte Professor Olf Herbarth. Dies hänge vermutlich auch damit zusammen, dass der Nachwuchs aus reicheren und penibel geführten Haushalten weniger Gelegenheiten habe, das Immunsystem zu trainieren. Zudem sei die Impfmüdigkeit im Osten nicht so ausgeprägt wie im Westen. „Da eine Impfung eine passive Infektion ist, trägt höchstwahrscheinlich auch sie zur Allergie-Abwehr bei“, sagte Herbarth.

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