"In aller Freundschaft"
Millionen verfolgen fiktiven Vogelgrippefall im Fernsehen

In einer deutschen Fernsehserie hat sich nun erstmals ein kleiner Junge mit dem gefährlichen Vogelgrippe Virus infiziert. Sechs Millionen Zuschauer fanden das spannend genug, um einzuschalten. Der Tierschutzbund war darüber wenig begeistert.

HB DÜSSELDORF. Den ersten - fiktiven - Vogelgrippefall in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ haben am Dienstagabend nach Senderangaben 6,44 Millionen Zuschauer (19,3 Prozent Marktanteil) verfolgt.

Vor der Sendung hatte es heftige Proteste des Tierschutzbundes und der Bundestierärztekammer gegen die Ausstrahlung gegeben. Beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), in dessen Auftrag die Arztserie produziert wird, gingen am Sendetag nach Angaben einer Sprecherin 115 E-Mails und 31 Anrufe ein. Vor der Sendung war die Zuschauerredaktion mit Hunderten von E-Mails und Anrufen überhäuft worden, die nach ARD-Angaben überwiegend von Tierärzten und Tierschützern stammten.

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßte am Mittwoch, dass die ARD am Ende der Sendung einen Hinweis auf den fiktiven Charakter der Geschichte eingeblendet hatte. Zwar wäre die Absetzung der Folge „konsequenter“ gewesen, doch sei es erfreulich, dass „bei diesem Thema scheinbar weitestgehend Einsicht eingekehrt ist“, erklärte Bundesgeschäftsführer Thomas Schröder. Die Lage in den Tierheimen bleibe angespannt und „wir hoffen nun, dass nicht Papageien Opfer einer unbegründeten Hysterie werden“. In dem TV-Film hatte sich ein Junge bei einem Papagei mit Vogelgrippe infiziert.

Nach der Kritik hatte der MDR im Anschluss an die Sendung einen Chat mit dem Virologen Christian Jassoy von der Uniklinik Leipzig angeboten. Dieses Angebot stieß auf großes Interesse. Rund 800 Menschen beteiligten sich nach Angaben des Senders. Die Fragen seien sehr sachbezogen gewesen und verdeutlichten ein Bedürfnis nach Informationen, sagte die Sprecherin.

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