In Brasilien
Passagierflugzeug stieß mit Privatjet zusammen

Der Absturz eines brasilianischen Passagierflugzeugs ist auf die Kollision mit einer kleineren Maschine zurückzuführen. Das bestätigten die Behörden am Sonntagabend nach Auswertung des Flugschreibers des Privatjets vom Typ Embraer Legacy, der trotz des Zusammenstoßes am Freitag notlanden konnte.

HB RIO DE JANEIRO. Dagegen wurden alle 155 Insassen der Boeing 737-800 getötet. Rettungskräfte hätten das Wrack durchsucht und keinerlei Lebenszeichen gefunden, teilte die brasilianische Luftwaffe mit.

Die Absturzstelle liegt in einem schwer zugänglichen Regenwaldgebiet im Staat Mato Grosso. Am Wochenende konnten daher zunächst nur zwei Leichen geborgen werden. Dutzende Soldaten suchten in den Trümmern weiter nach den Überresten der Opfer. Mit 155 Toten ist der Absturz der Maschine der Fluglinie Gol das schwerste Unglück in der Geschichte der brasilianischen Luftfahrt. Unter den Passagieren war nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch ein Deutscher, ein 48-jähriger Anthropologe.

„Wir können bestätigen, dass es einen Zusammenstoß gab“, sagte die Leiterin der Luftfahrtbehörde, Denise Abreu. Die Flugschreiber der Boeing von der Fluggesellschaft Gol seien noch nicht gefunden worden.

Aufschluss über den Unfallhergang erhoffen sich die Ermittler auch von den sieben Insassen des Privatjets, der nach der Kollision auf einem Luftwaffenstützpunkt notlanden konnte. Bei den Männern handelt es sich nach Informationen brasilianischer Medien um US-Amerikaner. An Bord dieses Privatflugzeugs, das von Sao Paulo in die USA unterwegs war, waren laut Behörden sieben US-Bürger, darunter auch ein Journalist der „New York Times“.

Wie Medien in der Nacht zum Montag (Ortszeit) unter Berufung auf die Luftwaffe berichteten, konnten am Sonntagabend die ersten zwei Leichen aus dem Unfallort im Norden des zentralwestlichen Bundeslandes Mato Grosso mit Hubschraubern geholt werden. Die Bergungsaktionen seien aber in der Nacht wegen der Dunkelheit und heftigen Regens unterbrochen worden.

Die Untersuchung der Unglücksursache werde mindestens drei Monate dauern, weil der Unfallort sehr schwer zugänglich sei. Nach amtlichen Angaben spielen bei den Such- und Rettungsarbeiten Indianer mit ihren Ortskenntnissen eine entscheidende Rolle. Beteiligt seien neben den Indios rund 300 Militärangehörige. Der Unfallort fern jeder größeren Stadt, jeder Straße und auch jedes Militärstützpunktes sei praktisch nur von der Luft aus zu erreichen. Acht Flugzeuge und fünf Hubschrauber würden eingesetzt.

Gol ist eine Billigflug-Linie, die 2001 gegründet wurde. Nach Angaben der Gesellschaft war das Unglücksflugzeug vom Hersteller erst am 12. September geliefert worden und bis zum Unfall nur rund 200 Stunden in der Luft gewesen.

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