In China kaum neue Fälle
Toronto wieder auf Liste der Sars-Gebiete

Nach neuen Fällen der Lungenkrankheit Sars hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die kanadische Metropole Toronto wieder auf die Liste der Ausbreitungsgebiete gesetzt. Die WHO sprach jedoch vorerst keine erneute Warnung vor Reisen in die größte Stadt Kanadas aus.

HB/dpa TORONTO/PEKING. In China außerhalb der Hauptstadt Pekings wurden am Dienstag dagegen erstmals seit Wochen keine neuen Sars- Erkrankungen gemeldet. Nur in der schwer betroffenen Hauptstadt gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums innerhalb eines Tages neun neue Infektionen und vier Tote. In Taiwan gab es elf neue Fälle.

Die WHO-Entscheidung zu Toronto erfolgte knapp zwei Wochen nachdem die Stadt von der Liste der Orte mit Sars-Ausbreitung gestrichen worden war. Die Gefahr, dass sich Sars unter der Millionen- Bevölkerung Torontos weiter ausbreitet, sei allerdings „minimal“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Alle neuen Verdachtsfälle seien auf Krankenhäuser begrenzt. Am Montag wurden dort 8 von mehr als 30 Menschen mit verdächtigen Symptomen als Sars- infiziert bestätigt. Zugleich wurden ein Todesfall am Wochenende sowie zwei weitere vom Anfang des Monats Mai auf das Schwere Akute Atemwegsyndrom (Sars) zurückgeführt.

Wissenschaftler in Hongkong haben nach eigenen Angaben einen Impfstoff gegen Sars entwickelt, der bald an Tieren getestet werden soll. Erste Ergebnisse werden aber erst in einem halben Jahr erwartet, berichtete Professor Guan Yi von der Universität von Hongkong der Zeitung „South China Morning Post“. Nach Ansicht von Mikrobiologen wird es aber noch Jahre dauern, bis ein Impfstoff gegen Sars allgemein erhältlich sein könnte.

Weltweit hatte die WHO bis Montagabend 8202 Sars-Fälle und 725 Tote registriert. In Peking stieg die Zahl der Patienten auf 2512. Bislang sind in der chinesischen Hauptstadt 172 Menschen gestorben. Taiwan hat 596 Erkrankte und 76 Tote. Taiwans Behörden verhängten Reisebeschränkungen für Mitarbeiter in Krankenhäusern. Sie müssen jetzt nachweisen, vor der Ausreise zehn Tage lang keinen Kontakt zu Sars-Patienten gehabt zu haben. Die Vorschrift folgte auf die Japan- Reise eines 26-Jährigen Arztes, bei dem nach seiner Rückkehr Sars diagnostiziert worden war. Der Vorfall hatte in Japan große Sorge über Ansteckungen ausgelöst.

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