In den Hausarrest entlassen
Oscar Pistorius zieht in die Villa des Onkels ein

Oscar Pistorius ist vorzeitig in den Hausarrest entlassen worden - wegen guter Führung und weil die Gefängnisse in Südafrika überfüllt sind. Etwa ein Jahr lang befand sich der frühere Sportstar wegen Totschlag in Haft.

JohannesburgNach fast genau einem Jahr Haft ist der frühere südafrikanische Sportstar Oscar Pistorius vorzeitig in den Hausarrest entlassen worden. Dies bestätigte der Sprecher der Strafvollzugsbehörde des Landes, Manelisi Wolela, am Montagabend. Die Tore der Haftanstalt Kgosi Mampuru II in Südafrikas Hauptstadt Pretoria öffneten sich damit für den beinamputierten Ex-Leichtathleten überraschend bereits zu Wochenbeginn. Dies war erst am Dienstag erwartet worden.

Der einstige Spitzenathlet hatte am Valentinstag 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp mit vier Schüssen durch eine geschlossene Toilettentür getötet und war am 21. Oktober 2014 wegen Totschlags zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Nach seiner Haftentlassung muss er in Psychotherapie bleiben und sich strengen Auflagen unterwerfen. Die Staatsanwaltschaft strebt eine härtere Strafe an. Über ihren Berufungsantrag wird am 3. November verhandelt. Der Fall hatte weltweit großes Medieninteresse ausgelöst.

Wegen guter Führung durfte Pistorius schon jetzt in den Hausarrest wechseln. Wie der Behördensprecher weiter mitteilte, hält er sich bereits in der Villa eines Onkels auf. Der Grund für diese Praxis sind hoffnungslos überfüllte Gefängnisse in einem Land, in dem statistisch jeden Tag 49 Morde passieren.

Pistorius wurden als Kind wegen eines Gendefekts beide Beine unterhalb der Knie amputiert. Als Sprinter wurde er weltweit bekannt, als er mit seinen J-förmigen High-Tech-Prothesen aus elastischem Carbon bei den Paralympics Rekorde brach. Auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London machte er Furore. Ganz Südafrika war stolz auf den zähen, wild-entschlossenen Sportler.

Seine Beziehung zu Reeva Steenkamp, einem aufstrebenden südafrikanischen Model, brachte ihn dann auch in die Klatschspalten der Zeitungen. Doch nach den Todesschüssen vom Valentinstag 2013 war es jäh vorbei mit „Oscar Superstar“. Er wurde noch am gleichen Tag verhaftet, seine Sponsoren kündigten schnell alle Verträge.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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