In den Sudan verschleppt
Deutsche Ägypten-Urlauber entführt

In Ägypten sind elf ausländische Touristen, darunter fünf Deutsche entführt worden. Die Kidnapper sind offenbar Kriminelle, die ein Lösegeld erpressen wollen.

HB KAIRO. Elf ausländische Touristen, darunter fünf Deutsche, sind in Ägypten Opfer einer Entführung geworden. Die Urlauber waren in der ägyptischen Wüste in der Nähe der Grenze zum Sudan unterwegs und wurden vermutlich in das Nachbarland verschleppt, wie die Regierung in Kairo am Montag mitteilte. Unter den Geiseln sind auch fünf Italiener und ein Urlauber aus Rumänien. Tourismusminister Soheir Garana erklärte, die Entführer verlangten bis zu sechs Mill. Dollar (4,15 Mill. Euro) Lösegeld. Sein Ministerium verhandle mit den Entführern.

Die ägyptische Botschaft in Berlin erklärte, vier maskierte und bewaffnete Männer hätten vier Fahrzeuge eines Reiseunternehmens angegriffen. Unter Berufung auf den Reiseveranstalter hieß es, der Inhaber des Reiseunternehmens habe seiner Frau telefonisch mitgeteilt, bei den Männern handele es sich um Kriminelle, die eine Lösegeldforderung stellten. Dies könne darauf hindeuten, dass die Entführung keinen terroristischen Hintergrund habe.

Die Gruppe sei mit vier Ägyptern gereist, bei denen es sich wohl um Reiseführer und Sicherheitsleute gehandelt habe, erklärten die ägyptischen Behörden. Auch sie wurden verschleppt.

"Seit vergangenen Freitag wird in Südwest-Ägypten eine Touristengruppe vermisst, zu der auch fünf deutsche Staatsangehörige gehören", sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag in Berlin. "Wir müssen von einer Verschleppung der Deutschen ausgehen." Im Auswärtigen Amt trat den Angaben zufolge ein Krisenstab zusammen. Dieser bemühe sich intensiv um eine rasche Lösung des Falles, sagte der Sprecher.

Die ägyptische Regierung arbeitet nach eigenen Angaben eng mit den sudanesischen Behörden zusammen. Einen direkten Draht zu den Entführern gebe es nicht. "Alle Kontakte laufen über die Tourismusagentur ab," die die Reise organisierte, erklärte Regierungssprecher Magdi Radi.

Die Reisegruppe war in der Region Gilf al Kebir unterwegs zur "Höhle des Schwimmers". Die Höhle mit Felszeichnungen, die rund 10 000 Jahre alt sein sollen, ist aus dem Buch und dem Film "Der englische Patient" bekannt.

Den letzten großen Angriff gegen Urlauber aus dem Ausland gab es am Nil 1997. Bei dem Massaker von Luxor wurden 58 Menschen von militanten Islamisten getötet. 36 Opfer kamen aus der Schweiz und drei aus Deutschland.

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