In der sibirischen Stadt Irkutsk
Bis zu 150 Tote nach Bruchlandung

Bei der Bruchlandung eines russischen Passagierflugzeugs in Sibirien sind am Sonntag mindestens 120 der 200 Menschen an Bord getötet worden.

HB MOSKAU. Nach Angaben des Moskauer Ministeriums für Notfälle kam der Airbus A310 der Fluggesellschaft Sibir auf dem Flughafen der sibirischen Stadt Irkutsk mit hoher Geschwindigkeit von der Landebahn ab und prallte in der Nähe einer Siedlung gegen eine einstöckige Wartungshalle am Rande des Flughafens. Die Maschine ging in Flammen auf; der vordere Teil der Maschine wurde völlig zerstört.

Unter den Passagieren soll auch mindestens ein deutscher Staatsbürger gewesen sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekundete der russischen Regierung ihr Beileid. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sagte der Nachrichtenagentur AP, es gebe „erste, unbestätigte Hinweise darauf, dass auch ein deutscher Staatsangehöriger unter den Verletzten sei“. Die deutsche Botschaft in Moskau und das Generalkonsulat in Nowosibirsk „stehen weiter in engem Kontakt mit den russischen Behörden und bemühen sich um Aufklärung“, erklärte der Sprecher.

Unter den Passagieren der Unglücksmaschine waren nach Angaben der Fluggesellschaft zwölf Kinder unter 14 Jahren, die Medienberichten zufolge ihre Ferien am Baikalsee verbringen wollten. Die Verletzten wurden zum Teil mit Verbrennungen und Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht, wie eine Sprecherin des russischen Notfallministeriums mitteilte. Aus den Trümmern seien auch drei bewusstlose Personen geborgen worden, die nicht auf der Passagierliste standen. Es sei noch unklar, ob sie auf dem Boden waren, als sich das Unglück ereignete, oder ob es nicht registrierte Passagiere waren.

Der russische Verkehrsminister Igor Lewitin sagte, die Flugschreiber in den so genannten Black Boxes seien sicher gestellt worden und würden ausgewertet. „Das Flugzeug ist von der Landebahn abgekommen, es hatte geregnet, die Bahn war nass“, sagte Lewitin dem Fernsehsender Rossija. Der Pilot habe den Fluglotsen im Tower noch eine erfolgreiche Landung gemeldet, bevor der Funkkontakt abgebrochen sei. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, ihre Ermittlungen konzentrierten sich auf menschliches oder technisches Versagen. Ein Sprecher der Fluggesellschaft S7, die früher Sibir hieß, sagte, der Airbus sei in einem guten Zustand gewesen.

Ein Augenzeuge, Michail Jegerjow, sagte dem russischen Fernsehsender NTW, er habe mit einem Passagier gesprochen, der mit anderen verletzt aus dem Airbus ausstieg: „Er sagte, das Flugzeug sei gelandet, es habe aber nicht gebremst.“

Präsident Wladimir Putin kondolierte den Angehörigen der umgekommenen Flugzeuginsassen. Auch Papst Benedikt XVI. sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Der Papst sei tief betroffen „über den Tod zahlreicher Menschen, darunter vieler Kinder“, hieß es in einem Schreiben des Vatikans.

Amtlichen Angaben zufolge wurden etliche Insassen von Feuerwehrleuten während des Brandes aus dem Flugzeug gerettet, darunter auch einer der Piloten. Der Flugbegleiterin Viktoria Silberstein sei es gelungen, den Notausgang am Heck zu öffnen und so zehn Passagieren den Weg nach draußen zu ermöglichen.

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