In eigener Sache
Wirtschaft zieht erste Bilanz der Tsunami-Hilfe

Mehr als 20 Länder Asiens präsentieren sich bis zum 2. Oktober bei den Asien-Pazifik-Wochen in Berlin. Nach der Flutkatastrophe im Dezember 2004 ist die Region in das Blickfeld der deutschen Öffentlichkeit gerückt. Der Tsunami löste eine nie da gewesene Spendenbereitschaft aus.

HB BERLIN. Im Berliner Rathaus tauschen Regierung, Hilfsorganisationen und Wirtschaft heute mit Vertretern der betroffenen Länder Erfahrungen über die Tsunami-Hilfe aus. Der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses (APA), Heinrich von Pierer, zieht eine Zwischenbilanz der Hilfen deutscher Unternehmen:

„Die Freundschaft mit unseren asiatischen Partnern wurde durch die rasche Zusage umfassender Hilfen seitens der deutschen Bundesregierung und das Engagement der deutschen Wirtschaft nach der Tsunami-Flutkatastrophe weiter gestärkt. Begeistert hat mich, wie jeder sein Möglichstes getan hat, um zu helfen - etwa die große Spendenbereitschaft vonMitarbeitern in den Unternehmen. Manche haben dadurch ihre Geschäftsleitung ganz erheblich unter Zugzwang gesetzt, wenn diese versprochen hatte, Spendenaufkommen aus der Belegschaft durch Mittel aus den Firmenetats zu verdoppeln.

Auch die im Asien-Pazifik-Ausschuss aktiven Firmen haben gemeinsam mit der Verlagsgruppe Handelsblatt ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem 3,2 Millionen Euro zusammenkamen. Rund 600 Unternehmen und Einzelspender haben zum Fonds » „Wirtschaft hilft“ beigetragen. Die Spenden sind in Projekte der deutschen Auslandshandelskammern in Indien, Indonesien und Thailand geflossen, an denen auch die deutschen Botschaften und Generalkonsulate, GTZ, KfWund deutsche Firmen vor Ort beteiligt sind. In Indien konzentriert sich die Hilfe der Deutsch-Indischen Handelskammer auf vier ausgewählte Dörfer der von der Flut besonders betroffenen südindischen Provinz Tamil Nadu.

Das langfristige Ziel lautet: Bis zum Jahr 2010 sollen 80 Prozent der Bevölkerung dieser vier Dörfer die Armutsgrenze überschritten haben. Medizinische Zentren haben in den Wochen unmittelbar nach der Flut die ärztliche Betreuung sichergestellt und dabei täglich zwischen 150 und 200 Patienten behandelt. Die Arbeit der Zentren konzentriert sich jetzt auf soziale Aufgaben, u. a. werden Programme angeboten, umFrauen und Jugendlichen beim Aufbau einer beruflichen Existenz zu helfen. Da die internationale Hilfe für eine ausreichende Zahl von Fischerbooten in der Provinz Tamil Nadu gesorgt hat, konzentrieren sich Maßnahmen des Hilfsprojektes auf die Ausbildung zumReparieren von Fischernetzen und Bootsmotoren. Des Weiteren werden die Dörfer beim Aufbau landestypischer Häuser, beim Wiederaufbau bzw. Neubau von Schulen und Kindergärten sowie bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung unterstützt.

In Indonesien wurde unter Federführung der Deutsch-Indonesischen Industrie- und Handelskammer ein Unterstützungskomitee zur Fluthilfe gegründet. Ergebnis ist derWiederaufbaudreier Berufsschulen und die Entwicklung eines Prototyps für Fischerboote, beide Projekte liegen in der vom Tsunami starkbetroffenen Region Aceh. Die drei Berufsschulen in der Provinzhauptstadt Banda Aceh konnten bereits Mitte Juli wieder eröffnet werden. Ein 25-Meter langer Prototyp für Fischerboote wurde in einer lokalen indonesischen Werft gebaut und bietet jeweils 20 Fischern einen Arbeitsplatz. Er wird heute als Ausbildungsschiff der dortigen Universität genutzt.

In Thailand wurde eine Grundschule in der thailändischen Provinz Phang Nga eine knappe Autostunde nördlich von Phuket wieder aufgebaut. ZusätzlichzumAufbau des Schulgebäudes wurde der Lehrbetrieb durch Übernachtungsmöglichkeiten für Lehrer verbessert. Mit einem weiteren Projekt in Thailand werden Kontakte zwischen von der Flut betroffenen thailändischen Handwerksbetrieben und deutschen Unternehmen vermittelt, die unentgeltlich oder zu einem Vorzugspreis bei der Beseitigung der Flutschäden helfen. Schwerpunkt ist die berufliche Ausbildung.“

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