In Indonesien ist ein weiterer Mensch der Krankheit zum Opfer gefallen
Katastrophenzustand über Vogelgrippe-Gebiet in Ukraine

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat am Samstag über das von der Vogelgrippe betroffene Gebiet auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim den Katastrophenzustand verhängt. In Indonesien ist unterdessen ein weiterer Mensch der Krankheit zum Opfer gefallen.

KIEW/JAKARTA. Die Entscheidung habe Juschtschenko nach einer dringlichen Sitzung mit verschiedenen Ministern getroffen, teilte die Pressestelle des Präsidenten mit. Diese Maßnahme sei notwendig, um ein Ausbreiten des Virus schnell und umfassend bekämpfen zu können.

Bereits am Nachmittag waren die von der Vogelgrippe betroffenen Gebiete der ukrainischen Halbinsel Krim unter Quarantäne gestellt worden. Erste Analysen deuteten darauf hin, dass es sich bei dem entdeckten Virus um den für Menschen gefährlichen Typ H5N1 handeln könnte. Zur endgültigen Klärung würden die Gewebeproben in Frankreich und England untersucht, sagte der Sprecher weiter.

Um die Ausbreitung zu verhindern, würden zudem alle Nutzvögel der Region getötet, sagte ein Sprecher der staatlichen veterinärmedizinischen Behörde am Samstag der Agentur Interfax. Menschen, die Kontakt mit den Vögeln hatten, seien unter dauernde medizinische Beobachtung gestellt worden.

Die Todesfälle traten nach Angaben der regionalen Behörden in privaten Geflügelhaltungen in acht Dörfern im Norden der Krim auf. Auf einigen Höfen seien innerhalb einer Nacht 80 bis 90 Prozent aller Tiere verendet. Der Norden der Halbinsel mit zahlreichen Meeresbuchten und Brackwasserseen gilt als wichtiges Rastgebiet für Zugvögel.

Bislang war die Vogelgrippe nicht in der Ukraine selbst, jedoch in den Nachbarländern Rumänien und Russland aufgetreten. Weltweit sind bislang rund 70 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Die Krankheit wird durch Kontakt mit infiziertem Geflügel übertragen. Experten befürchten jedoch, das Virus könnte mutieren und dann von Mensch zu Mensch übertragbar werden.

In Indonesien ist ein weiterer Mensch der Vogelgrippe zum Opfer gefallen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte am Samstag, dass eine diese Woche in Jakarta verstorbene 25-Jährige dem gefährlichen H5N1-Virus erlegen sei. Damit stieg die Zahl der Vogelgrippe-Toten in dem südostasiatischen Land auf acht. Dem Gesundheitsministerium zufolge steckten sich fünf weitere Personen mit dem H5N1-Virus an, wurden jedoch wieder gesund.

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