In Städten mehr als auf dem Land
Die Wespen sind los

Ist 2004 ein Wespen-Jahr? Sticht die „Wespe-2004“ gar aggressiv zu noch bevor sie provoziert wird? Seit Wochen halten die Wespen Parkbesucher und Balkonfrühstücker auf Trab. Im verregneten Frühsommer ist nach Meinung von Naturschützern die langsame Gewöhnung der Menschen an zunehmend mehr Wespen in diesem Jahr ausgeblieben.

HB HAMBURG. „Die gefühlte Wespenzahl ist in diesem Jahr besonders hoch“, meint Melanie von Orlow vom Deutschen Naturschutzbund (NABU). Im verregneten Frühsommer sei die langsame Gewöhnung der Menschen an zunehmend mehr Wespen in diesem Jahr ausgeblieben. „Plötzlich sind dann Menschen und Wespen in großen Zahlen aufeinander gestoßen“, sagt die NABU-Sprecherin der Bundesgruppe für Hautflügler. Gerade in besiedelten Gebieten fänden Wespen zudem ein ideales Biotop. „Städte bieten jede Menge Nisthilfen und Futter ohne Ende“, gibt die NABU-Sprecherin zu bedenken. Beliebt bei Wespen seien etwa Papierkörbe voller Essensreste und offen stehende Mülltonnen. Probleme für den Menschen bereiten nur zwei der unzähligen Wespenarten in Deutschland. Lediglich die Gemeine Wespe (Paravespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Paravespula germanica) bedienen sich an den gedeckten Tischen der Zivilisation. Ihre Nester bauen die Eistüten-Hamburger-Schmarotzer versteckt in Verschalungen von Gebäuden oder in der Erde.

Zerstören Menschen Wespennester, dann treffen sie von Orlow zu Folge fast immer die falschen Arten. Denn frei hängende Nester im Efeu oder unter Dachgiebeln gehörten meist den Mittleren Wespen (Dolichovespula media). „An Süßes oder Fleisch gehen diese Wespenarten aber nie“, sagte von Orlow. Zum Teil seien die Mittlere Wespe oder die Feldwespe (Polistes gallicus) bedroht und stünden in manchen Bundesländern auf der Roten Liste. „Wer diese Wespenarten vernichtet, schafft gleichzeitig Platz für die problematischen Wespen“, betont Orlow. Denn die Tiere jagen die gleichen Raupen, Mücken und Fliegen

Seite 1:

Die Wespen sind los

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%