In weniger als 24 Stunden aufgeklärt
Munch-Bilder gestohlen und wiedergefunden

Die norwegische Polizei hat am Montag den Raub von drei Bildern des Malers Edvard Munch (1863-1944) in weniger als 24 Stunden aufgeklärt und die Kunstwerke sichergestellt.

HB OSLO/MOSS. Gut ein halbes Jahr nach dem spektakulären Raub der weltberühmten Gemälde „Der Schrei“ und „Madonna“ hatten Kunstdiebe in der Nacht zuvor zwei Lithographien und ein Aquarell von Munch aus einem Landhotel bei Moss südlich von Oslo gestohlen. Wie ein Polizeisprecher, wurden am Montag Abend acht Männer und eine Frau im Alter von 17 bis 29 nach zum Teil dramatischen Verfolgungsjagden als Tatverdächtige festgenommen. Nach der Freilassung eines Mannes sollen am Mittwoch alle anderen einem Haftrichter vorgeführt werden. Bei den Festnahmen konnten alle drei Beutestücke sichergestellt werden.

Sie waren in der Nacht zum Montag aus dem Speisesaal des auf Kunst spezialisierten Hotels „Refsnes Gods“ verschwunden. Die Täter brachen die in der Wand verschraubten, aber sonst ungesicherten Bilder mit Stemmeisen aus der Wand. Das Aquarell „Blaues Kleid“ (1915) wurde als teuersten der drei Beutestücke auf einen Wert von umgerechnet 360  000 Euro (drei Millionen Kronen) geschätzt. Die Täter seien Amateure, hieß es übereinstimmend von Experten. Sie hatten weit wertvollere Bilder im Hotel unbeachtet gelassen und verloren ein viertes Beutestück auf der Flucht, als eine Hotelangestellte sie überraschte.

Am 22. August letzten Jahres hatten bewaffnete Männer am hellichten Tag aus dem Osloer Munch-Museum die weltberühmten Bilder „Der Schrei“ und „Madonna“ in ihre Gewalt gebracht, die einen Wert von umgerechnet mehr als 50 Millionen Euro darstellen, aber auch als unverkäuflich gelten. Beide Werke sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die Polizei erklärte mehrfach, sie habe die mutmaßlichen Täter seit längerem eingekreist und warte auf einen günstigen Zeitpunkt zum Zuschlagen, um die komplett unverkäuflichen Bilder unversehrt sicherzustellen. Mehrere der Verdächtigten gehören zu kriminellen Kreisen im Bezirk Ostfold, in dem auch die Stadt Moss liegt. Polizeisprecher deuteten an, dass es möglicherweise Zusammenhänge zwischen den beiden Munch-Diebstählen gebe.

Eine andere Version des „Schreis“ war im Februar 1994 aus der Osloer Nationalgalerie gestohlen worden, während in der norwegischen Stadt Lillehammer die Eröffnungsfeier für die Olympischen Winderspiele lief. Das Bild kam unversehrt zurück.

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