Indien
„Milchwunder“ versetzt Gläubige in Aufregung

Indische Gläubige haben ein neues Lieblingsgetränk ihrer Gottheiten entdeckt. Seit Sonntag bilden sich vor den Tempeln lange Schlangen von Pilgern, die ihren Idolen Milch bringen. Denn Gläubige berichteten von Götterstatuen, die Milch getrunken haben.

HB NEU DELHI. Angeblich Milch trinkende Statuen hinduistischer Götter haben Gläubige im Norden Indiens in helle Aufregung versetzt. Indische Medien berichteten am Montag, tausende Menschen seien in mehreren Bundesstaaten zu Tempeln gepilgert. Am Sonntag hatte ein Gläubiger aus dem Bundesstaat Uttar Pradesh berichtet, eine Götterstatue habe Milch getrunken. Gläubige sprachen von einem Wunder. Wissenschaftler sagten dagegen, das Phänomen sei physikalisch erklärbar. Der poröse Stein der Statuen sauge die Milch auf.

Gläubige wollten nicht an eine natürliche Erklärung des Phänomens glauben, das am Montag bei den Statuen verschiedener Göttinnen und Götter beobachtet worden sein soll. „Ich habe die Göttin selber gefüttert“, sagte ein begeisterter Pilger dem Nachrichtensender NDTV. „Ich kann gar nicht sagten, wie glücklich ich bin.“ Am Sonntag blieben viele Tempel bis in die Nacht geöffnet, weil sich vor ihnen lange Pilgerschlangen gebildet hatten. Ein Wissenschaftler sprach von einer „religiösen Massenhysterie“.

Im Jahr 1995 hatte eine angeblich Milch trinkende Statue von Ganesh, dem elefantenköpfigen Gott der Weisheit, in Indien für Aufregung gesorgt. Erst am Sonntag hatte in der westindischen Wirtschaftsmetropole Bombay der angebliche Fund von Süßwasser in einer Meeresbucht einen Pilgeranstrom ausgelöst. Wissenschaftler boten auch hierfür eine natürliche Erklärung: Sie machten anhaltende Monsunregenfälle für das salzarme Wasser im Meer verantwortlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%