Indischer Ozean
Behörden geben Tsunami-Entwarnung

Sieben Monate nach den verheerenden Flutwellen im Indischen Ozean hat am Sonntag erneut ein starkes Erdbeben die indische Inselkette der Andamanen und Nikobaren erschüttert. Obwohl nach Angaben der örtlichen Behörden keine Gefahr eines erneuten Tsunamis bestand, wurde mancherorts doch eine entsprechende Warnung ausgerufen.

HB PORT BLAIR. Besonders vorsichtig reagierte etwa Thailand: Die Regierung in Bangkok gab zunächst eine Tsunami-Warnung heraus und ordnete die Evakuierung tausender Menschen in sechs südlichen Küstenprovinzen an - darunter auch die Touristen-Insel Phuket. Doch bereits nach weniger als 90 Minuten wurde die Warnung wieder aufgehoben. Denn: "Wir haben keinen Tsunami entdeckt, der Menschenleben gefährden oder Eigentum beschädigen könnte", so die Mitteilung des Katastrophen-Warn-Zentrums.

Das Beben mit der Stärke 7,2 geschah um 17.42 Uhr deutscher Zeit in einer Tiefe von zehn Kilometern vor den Nikobaren-Inseln. Im Hauptort der Inselgruppe, Port Blair, brach zunächst Panik aus. Auf den Inseln waren hunderte Menschen aus ihren Häusern gerannt, um sich auf offenen Plätzen in Sicherheit zu bringen. Aber auch drei Stunden nach dem Beben waren bei den Behörden keine Berichte über Verletzte oder Schäden eingegangen.

Die indischen Behörden auf den Andamanen und Nikobaren gaben dennoch schnell bekannt, für das Archipel habe keine Gefahr einer Flutwelle bestanden. Ein Sprecher des indischen Wissenschaftsministeriums sagte etwa: "Die grundlegende Bedingung für einen Tsunami ist ein Beben der Stärke 7,5 - und dieses lag darunter." Die Regierung forderte die Bevölkerung stattdessen auf, Ruhe zu bewahren. Die Nikobaren und die benachbarten Andamanen gehörten zu den mit am stärksten betroffenen Regionen bei der Tsunami-Katastrophe vom zweiten Weihnachtstag 2004.

Minister Kapil Sibal sagte im indischen Fernsehen: "Jedes Gerede über einen Tsunami sollte jetzt nicht beachtet werden." Hätte es eine Flutwelle gegeben, hätte sie die Küste zu dem Zeitpunkt bereits erreicht.

Nicht ausgeschlossen hatte die Möglichkeit eines Tsunamis dagegen der Chef des Erdbebenzentrums im indonesischen Aceh. Denn auch hier waren die Erschütterungen noch zu spüren.

Selbst das US-Erdbeben-Informationszentrum USGS reagierte sensibel und gab zunächst eine Tsunami-Warnung für die dem Epizentrum nahe gelegenen Gebiete heraus. Da sich allerdings innerhalb von einer Stunde nach dem Beben keine Flutwellen in der Nähe des Epizentrums auftürmten, bestehe keine Gefahr mehr, hieß es.

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