Indischer Ozean
Jachten der Superreichen nächstes Piratenziel?

Nach den internationalen Frachtschiffen könnten die Luxusjachten der Superreichen das nächste Ziel der somalischen Experten werden. Das ruft Sicherheitsexperten auf den Plan, die den Jachtbesitzern nur zu gern ihre Dienste anbieten würden.

HB LONDON. Die zum Teil mehr als 100 Meter langen Boote, Eigentum der reichsten Menschen der Welt, befinden sich oft während des europäischen Winters im Indischen Ozean. Im Frühling fahren sie wieder über den Suezkanal ins Mittelmeer, eine Reise, die sie durch den piratenverseuchten Golf von Aden führt. Im vergangenen April war in der Region schon die französische Jacht "Le Ponant" gekapert worden. Sie war ohne Passagiere unterwegs.

"Die Piraten haben ihre Möglichkeit deutlich erweitert", sagte am Donnerstag der Sicherheitsexperte Crispian Cuss von der Olive Group der Nachrichtenagentur Reuters. "Sie haben bessere, schnellere Boote mit größerer Reichweite", erklärt er. Die Superjachten seien eine "fette Beute". Den größten Schutz bietet im Moment noch die höhere Geschwindigkeit der Jachten.

Allerdings weist Scott Lidbetter von der Sicherheitsfirma Veritas International darauf hin, dass die Piraten gut darüber unterrichtet sind, wer in Richtung Suez-Kanal unterwegs ist. Entsprechend sieht Lidbetter eine sprunghaft gestiegene Nachfrage nach den Diensten seiner Firma. Insbesondere werden mehr bewaffnete Wachen an Bord der Jachten stationiert. "Wenn es in den vergangenen Wochen eine Veränderung gegeben hat, dann ist es der zunehmende Wunsch, Waffen an Bord zu haben", sagte er. Juristisch sei das zwar kompliziert, aber einige Besitzer sähen keine Alternative, um sich zu schützen.

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