Indischer Ozean
Tsunami-Warnung nach Erdbeben aufgehoben

Auf das heftige Erdbeben vor Sumatra folgte ein Nachbeben der Stärke 8,1. Berichte über Opfer gab es nicht. Dafür wird vor Tsunamis gewarnt - allerdings sieht es so aus, als kämen die Menschen mit dem Schrecken davon.
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JakartaZwei der stärksten Erdbeben der vergangenen Jahre haben innerhalb kurzer Zeit die Küste vor Sumatra erschüttert. Millionen Menschen rund um den Indischen Ozean wurden am Mittwoch in Alarmbereitschaft versetzt. Während das erste Beben nach indonesischen Angaben wohl keinen größeren Tsunami auslöste, blieb die Lage nach dem zweiten Erdstoß gut zwei Stunden später zunächst unübersichtlich. Die indonesische Erdbebenwarte gab die Stärke des ersten Bebens mit 8,5 an, die US-Erdbebenwarte mit 8,6. Das zweite Erdbeben hatte nach indonesischen Angaben eine Stärke von 8,1, nach US-Angaben 8,2.

Sofort wurden schreckliche Erinnerungen wach: Die Gegend rund um die Insel Sumatra wurde Weihnachten 2004 von einer der verheerendsten Tsunamikatastrophen der Geschichte getroffen. Damals hatte das Beben mit anschließender Flutwelle eine Stärke von 9,1. Rund 230.000 Menschen kamen ums Leben.

Das indische Frühwarnzentrum hat bislang nur Tsunamiwellen von geringer Höhe gemessen. Warnungen vor bis zu 3,80 Meter hohen Wellen auf den Nikobaren-Inseln seien ein „Extremszenario“, sagte der Sprecher des staatlichen Zentrums in Hyderabad, Srinivasa Kumar, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa per Telefon. „Die Tsunamiwellen scheinen bislang nicht so schlimm zu sein.“ An der Küste der wegen der Nähe zum Epizentrum besonders bedrohten Nikobaren seien bislang Wellen mit einer Höhe von lediglich 20 bis 25 Zentimetern gemessen worden.

Daher kam mittlerweile Entwarnung für die Länder rund um den Indischen Ozean: Das Tsunami-Warnzentrum hat seinen Aufruf zu erhöhter Tsunami-Wachsamkeit nach den schweren Erdbeben vor Sumatra am Mittwoch aufgehoben. Es sei zwar ein Tsunami ausgelöst worden, teilte das Zentrum in Hawaii mit. Doch bestehe keine erhöhte Gefahr mehr für die Küstenregionen.

In Indien wurden zunächst keine Opfer oder Schäden bekannt. Die Regierung rief zur Ruhe auf. „Wir sind vollständig vorbereitet, aber es gibt keinen Grund zur Panik“, sagte Kabinettssekretär Ajut Seth dem Nachrichtensender CNN-IBN. „Nach unseren Berichten hat das Erdbeben keine hohen Tsunamiwellen ausgelöst.“ Die bislang größten Wellen seien 30 Zentimeter hoch gewesen.

Indische Medien berichteten, die Nationale Katastrophenschutzbehörde (NDMA) gehe nicht von einem Tsunami aus. Der Sprecher des Frühwarnzentrums sagte: „Sie (NDMA) würden nicht von einem Tsunami sprechen, weil die Wellen nicht hoch oder zerstörerisch waren. Aber von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus sind Tsunamiwellen ausgelöst worden.“

In der Provinzhauptstadt Banda Aceh auf Sumatra rannten Menschen in Panik auf die Straßen, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Sirenen heulten, Tausende machten sich in Autos und auf Mopeds auf die Flucht. Den Behörden lagen aber zunächst keine Angaben über Tote oder Schäden vor, wie der Sprecher der Meteorologiebehörde Prihyadi sagte, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt. „Wir danken dem Herrgott“, sagte Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, bevor das Nachbeben passierte. Die Indonesier verhängten eine Tsunamiwarnung für Sumatra. Das Tsunamiwarnzentrum auf Hawaii rief aber alle Länder rund um den Indischen Ozean zu erhöhter Alarmbereitschaft auf.

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Tsunami-Gefahr: Glück im Unglück

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