Indizienprozess
Lebenslange Haft für Sexualmörder von Jennifer

Der Sexualmörder der 16-jährigen Jennifer H. aus Neumünster muss lebenslänglich hinter Gitter. Knapp ein Jahr nach der Tat verurteilte das Kieler Landgericht am Montag den 37-jährigen, einschlägig vorbestraften Stefan Z. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit Sicherungsverwahrung. Der Angeklagte hatte in dem Indizienprozess bis zuletzt seine Schuld bestritten.

HB KIEL/NEUMÜNSTER. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Gelegenheitsarbeiter die von der Insel Rügen stammende Jugendliche am 20. September vorigen Jahres in Neumünster hinterrücks angefallen, sexuell missbraucht und getötet hat. Der wegen zweifacher Vergewaltigung vorbestrafte Neumünsteraner bestritt die Tat in dem mehrwöchigen Indizienprozess bis zuletzt.

Der Mordfall hatte vor einem Jahr bundesweites Aufsehen erregt und sowohl in Neumünster als auch auf Rügen große Anteilnahme ausgelöst. Jennifers Leiche war damals erst nach einer Woche gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft hatte die Forderung nach der Höchststrafe neben zahlreichen Indizien vor allem auf zwei Sachbeweise gestützt. Einerseits waren an der Kleidung und am Körper des Mädchens zahlreiche Fasern von der Kleidung des Angeklagten sichergestellt worden. Außerdem hatte ein Gutachten über die Handy-Verbindungen des 37-Jährigen belegt, dass er sich zur mutmaßlichen Tatzeit in unmittelbarer Nähe des Tatorts aufgehalten hatte.

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