Indonesien
Alle Superjet-Passagiere sind tot

Erste Rettungskräfte haben die Trümmer des russischen Superjet 100 erreicht. Offenbar hat den Absturz niemand überlegt. Das Flugzeug habe einen Berg gerammt, nachdem es gestern vom Radar verschwunden war.
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CidahuDen Absturz eines russischen Superjets in Indonesien hat keiner der Insassen überlebt. Rettungskräfte, die am Donnerstag das Wrack der Unglücksmaschine in einer Bergregion südlich der Hauptstadt Jakarta erreichten, entdeckten nur Leichen, sagte ein Sprecher der nationalen Rettungsbehörde, Gagah Prakoso. „Es gibt keine Überlebenden.“ Die Helfer bereiteten sich nun darauf vor, die Toten für die Bergung vorzubereiten. Diese sei für Freitag geplant. Die genaue Zahl der Opfer konnten die Rettungskräfte zunächst nicht nennen.

Die Maschine des Typs Suchoi Superjet 100 war gestern bei einem Demonstrationsflug bei Jakarta vom Radar verschwunden. Die Suche musste wegen schlechten Wetters am Mittwoch zunächst unterbrochen werden. Der Vulkan Salak, wo die Maschine geortet worden war, liegt oft in Dunstschwaden. Die Crew hatte in ihrem letzten Radarkontakt gebeten, die zugewiesene Flughöhe zu verlassen und auf 1.800 Meter sinken zu dürfen. Warum, war zunächst unklar. Unter den Insassen waren neben der russischen Crew vor allem Vertreter von Fluggesellschaften und einige Journalisten.

Indonesische Bergungskräfte hatten ihre Suche kurz nach Tagesanbruch fortgesetzt. Ein Bewohner des nahegelegenen Dorfs Cidahu berichtete, er habe das Flugzeug noch in der Nähe des Gipfels gesehen. „Es schwankte hin und her, dann verschwand es. Ich hörte ein Geräusch wie explodierende Feuerwerkskörper, konnte aber nichts mehr sehen“, sagte der 41-jährige Juanda, der wie viele Indonesier nur einen Namen hat.

Der Superjet ist ein neu entwickeltes Mittelstrecken-Passagierflugzeug, mit dem Russland seine Stellung auf dem Luftfahrtmarkt ausbauen will.

Am Mittwoch sollte die Maschine Luftfahrtverantwortlichen und Journalisten vorgeführt werden. Nach Angaben des indonesischen Verkehrsministeriums sollte sie einige Runden über der Hauptstadtregion drehen und dann wieder auf dem Flughafen von Jakarta landen, als plötzlich jeder Kontakt zum Cockpit abbrach.

An Bord waren laut russischer Botschaft neben acht russischen Besatzungsmitgliedern 36 Passagiere. Der indonesische Suchoi-Vertreter berichtete von insgesamt 50 Insassen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Indonesien: Alle Superjet-Passagiere sind tot"

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  • @Anonymer Benutzer: scholl

    In niedriger Hoehe und dazu in bergigem Gebiet funktioniert die Flugueberwachung nicht mehr. Wenn der Pilot die Flughoehe bewusst senkte, muesste er eigentlich den Tower darueber vorher informiert haben. Der Grund dafuer steht noch nicht in den Medien. Ein einfacher Druckabfall kann es nicht gewesen sein. Dafuer flog er zu tief. Da haetten 10.000 Feet gereicht. Da muessen schon schwerere technische Probleme gewesen sein, um so tief zu geraten.

  • Lachhaft! Verschollen? In einer Zeit, in der Satelliten in 36.000km Höhe um die Erde fliegen, Google-Street-View allen Datenschutz und jede Privatsphäre aufheben will???? Guter Krimieinstieg.

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