Indonesien
Hunderte Vermisste nach Fährunglück

Nach dem schweren Schiffsunglück vor Indonesien werden noch immer mehr als 400 Passagiere vermisst. Hohe Wellen behindern jedoch die Suche. Bisher fanden die Rettungskräfte 66 Leichen, mindestens 119 Menschen haben das Unglück Behördenmitarbeitern zufolge überlebt.

HB REMBANG. Laut Passagierliste hätten sich einschließlich der Besatzung 628 Menschen auf der gesunkenen „Senopati Nusantara“ befunden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Antara meldete. Die Fähre war in der Nacht zum Samstag auf dem Weg von Kalimantan auf der Insel Borneo nach Semarang auf Java gekentert und gesunken.

Drei bis vier Meter hohe Wellen behinderten die Rettungsarbeiten. Nach Angaben des Rettungsleiters wurden von der javanischen Küstenstadt Rembang aus zwölf Schnellboote zum Unglücksort geschickt. Außerdem sollten drei Marineschiffe sowie mehrere Hubschrauber und Flugzeuge eingesetzt werden. Der indonesische Verkehrsminister Hatta Rajasa sagte der BBC, es gebe Informationen, dass noch dutzende Menschen auf Rettungsinseln auf Hilfe warteten.

Die in Japan gebaute Senopati Nusantara sei seetüchtig und für mehr als 850 Passagiere ausgelegt gewesen. Sie sei während eines Sturms in Brand geraten. Ein Überlebender berichtete im Fernsehsender Metro TV, bei schwerem Seegang seien in dem Schiff Möbel in alle Richtungen umhergeschleudert worden. Die Besatzung habe die Passagiere zunächst beruhigt, dass nichts passieren werde. In den späten Abendstunden des Freitags habe das Schiff dann aber begonnen, Schlagseite zu bekommen, bevor es schließlich gekentert sei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schickte unterdessen ein Beileidsschreiben an den indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono. „Ich möchte Ihnen und der Bevölkerung Ihres Landes mein tiefes Mitgefühl zum Ausdruck bringen“, hieß es darin. „Wir denken mit Trauer an die Familien, Angehörigen und Freunde der Opfer.“

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