Industrielegende: Ex-Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch ist tot

Industrielegende
Ex-Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch ist tot

Eberhard von Brauchitsch galt in den 70er Jahren als einer der mächtigsten deutschen Industriekapitäne. Dann stolperte er Anfang der 80er Jahre über die Flick-Affäre. Doch der Manager schaffte ein Comeback. Nun meldet die Nachrichtenagentur dpa, dass Eberhard von Brauchitsch und seine Frau tot sind. Näheres wurde nicht bekannt.
  • 3

HB BERLIN. Der frühere Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch und seine Frau sind tot. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Zuvor hatte dies bereits die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Näheres wurde nicht bekannt.

Von Brauchitsch (83) galt als Drahtzieher der Flick-Affäre, die Anfang der 80er Jahre die Bundesrepublik erschütterte. Der damalige Generalmanager des Flick-Konzerns hatte rund 26 Mio. D-Mark an Parteien, Stiftungen und zahlreiche Politiker verteilt. Zu den Empfängern gehörten die FDP-Größen Otto Graf Lambsdorff und Hans Friderichs, die zu hohen Geldstrafen verurteilt wurden. Lambsdorff musste in der Folge als Wirtschaftsminister zurücktreten.

Hintergrund des Skandals war der Wunsch Flicks, Erlöse aus dem Verkauf einer Beteiligung an Daimler-Benz wieder steuerbegünstigt anlegen zu können. Wegen Steuerhinterziehung wurde er 1984 zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Eberhard von Brauchitsch galt in den 70er Jahren als einer der mächtigsten deutschen Industriekapitäne. Im Düsseldorfer Flick-Konzern hatte der Manager eine steile Karriere gemacht, begünstigt auch durch eine persönliche Verbindung. Mit dem späteren Unternehmer und Milliardär Friedrich Karl Flick hatte er die Schulbank im oberbayerischen Bad Tölz gedrückt.

Mit der Parteispendenaffäre Anfang der 80er Jahre geriet Von Brauchitsch ins Abseits. Aber der Manager kam noch einmal zurück: Er betätigte sich als Unternehmensberater und übernahm 1994 den Aufsichtsratsvorsitz beim ostdeutschen Chemiewerk Buna (Schkopau).

Der berufliche Aufstieg des am 28. November 1926 geborenen Berliners begann Mitte der 50er Jahre bei der Lufthansa. Zuvor hatte er in Mainz und Berlin Rechtswissenschaften studiert. Der 1,96 Meter große von Brauchitsch, der aus einer schlesischen Adelsfamilie stammt, besuchte die London School of Economics und die Akademie für Internationales Recht in Den Haag. Die engen Beziehungen zur Familie Flick brachten den sportbegeisterten Manager Mitte der 60er Jahre zur Flick KG, wo er geschäftsführender Gesellschafter wurde.

Seite 1:

Ex-Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch ist tot

Seite 2:

Kommentare zu " Industrielegende: Ex-Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch ist tot"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ein ideologe ohne die Fähigkeit, eigenes Verhalten reflektieren zu können.

  • Zu einer Erpressung gehören immer zwei

    Herr von brauchitsch sagte wahrscheinlich aufgrund eigener Erfahrung "Parteispenden sind Schutzgelder, die die Wirtschaft zahlt, um sich vor Repressionen zu schützen". Zu einer Erpressung gehören aber immer zwei. Der Erpresser und der Erpressbare. Und der Adelige brauchitsch war leider einer der beiden. Frieden seiner Asche!

  • Guten Tag,... Es tut mir Leid. Er mag sich mancher Verfehlung schuldig gemacht haben. Aber er war ein echter Kerl. besten Dank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%