Inferno in Texas: „Die Nacht war für die Gemeinde ein Albtraum“

Inferno in Texas
„Die Nacht war für die Gemeinde ein Albtraum“

Noch gelähmt von Terrorängsten, schauen die USA schockiert auf den „Albtraum“ in Texas. Über die Todeszahl herrscht Verwirrung, zwischen fünf und 15 liegt sie laut offiziellen Quellen - doch befürchtet werden weit mehr.
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Waco/New YorkNach der verheerenden Explosion einer Düngemittelfabrik im US-Bundesstaat Texas setzt das Wetter die Rettungskräfte bei ihrer Suche nach weiteren Opfern unter Druck. In Vorhersagen vom Donnerstag wurde für die nächsten Tage mit schweren Regenfällen und Stürmen bis hin zu Tornados gerechnet. Unterdessen bot US-Präsident Barack Obama logistische Hilfe durch den Katastrophenschutz an und sagte Rettungskräften wie Überlebenden der Tragödie Unterstützung zu.

Während ein Polizeisprecher am Donnerstagabend keine genaue Zahl nennen wollte, sprach der Bürgermeister der betroffenen Kleinstadt West, Tommy Muska, Medienberichten zufolge von bis zu 40 Toten, korrigierte sich aber kurz darauf und sprach von 14 Toten. Mitarbeiter des Rettungsdienstes hielten aber auch bis zu 70 Tote für möglich. Etwa 180 Menschen wurden verletzt.

„Die letzte Nacht war für diese Gemeinde ein Albtraum“, sagte der Gouverneur von Texas, Rick Perry, bei einer Pressekonferenz. Die Region um die kleine Stadt West wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

US-Präsident Barack Obama, der am Donnerstag an der Gedenkfeier für die Opfer des Bostoner Terroranschlags teilnahm, sicherte der Stadt Unterstützung zu. „Er hat aus der Airforce One auf dem Weg nach Boston angerufen“, sagte Gouverneur Perry. Rettungsteams suchten unterdessen weiter nach Überlebenden. „Diese Tragödie hat wahrscheinlich jede Familie in dieser kleinen Gemeinde getroffen.“

Klar war zunächst nur, dass vor allem Helfer unter den Opfern waren: Feuerwehrleute und Rettungssanitäter. Die Polizei ermittelt zwar wie bei einem Verbrechen, geht aber zunächst von einem Unfall aus. „Ich habe keine Hinweise gehört, dass das hier etwas anderes war als ein Unfall oder ein Feuer“, sagte Polizeisprecher Patrick Swanton.

Die Fabrik in dem Städtchen West bei Waco, etwa 100 Kilometer südlich von Dallas, hatte am Mittwochabend gegen 19.30 Uhr ein Feuer gemeldet. Gut 20 Minuten später zerriss eine Explosion Tanks auf dem Gelände der Fabrik, ein 30 Meter großer Feuerball stieg in den Himmel.

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Beben in 80-Kilometer-Umkreis

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  • Es ist erstaunlich - da werden die gefährlichsten Stoffe mitten in dichtbesiedeltem Wohngebieten produziert und weiterverarbeitet. Und das Weltweit. BASF,Bayer, EXHöchst, Bopal und das gleiche etwas früher in Norditalien. Gibt es eigentlich keine Risikoabschätzung mit entsprechenden Bauverboten innerhalb einer Sperrzone? Wer hat eigentlich solche Schwachsinnsideen Schulen und Altersheime direkt neben solche Fabriken zu genehmigen.

  • erinnert mich an die Pepcon Explosion in Nevada. Die jemals groesste regristrierte und aufgezeichnete Explosion.

    http://www.youtube.com/watch?v=HJVOUgCm5Jk

  • Vermutlich Auswirkungen von Alkohol, Tabletten Drogen oder was für ein Problem haben Sie eigentlich? Lassen Sie sich mal vorallem am Kopf untersuchen.
    Etwas mehr Mitgefühl ist dringend angeraten.

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