Infizierte Kampfhähne in Thailand versteckt gehalten
Neuer Fall von Vogelgrippe in Japan aufgetreten

Japan ist am Dienstag ein neuer Ausbruch der Krankheit gemeldet worden - nur einen Tag, bevor sich das Land für seuchenfrei erklären wollte. China meldete neue Fälle der Vogelgrippe an zwei Orten im Zentrum des Landes.

HB HANDELSBLATT. „Das Ding ist noch nicht unter Kontrolle“, sagte Hans Wagner von Welternährungsorganisation FAO in Bangkok. „Wir haben Ausbrüche in neuen geographischen Regionen und wiederkehrende Ausbrüche, wo wir die Vogelgrippe bereits hatten.“

In Japan ist die Geflügelkrankheit nach Angaben des Agrarministeriums im Süden der Hauptinsel Honshu entdeckt worden. Zunächst war noch unklar, ob sie durch das Virus H5N1 ausgelöst worden war. Dieser Virenstamm ist auch für die Vogelgrippeerkrankungen bei Menschen verantwortlich. An der Krankheit starben in Asien bislang mindestens 20 Menschen.

In China wurden H5HN1-Viren bei zwei Vogelgrippe-Ausbrüchen in der Provinz Hunan nachgewiesen. In 15 der 31 chinesischen Provinzen und Großstädten trat die Krankheit bislang auf. Am Vortag waren in Vietnam zwei neue Fälle der Vogelgrippe beim Menschen gemeldet worden, nachdem es dort fast eine Woche lang keine Nachrichten über neue Infektionen gegeben hatte. In Thailand tauchte das Virus in acht Gebieten wieder auf, von denen angenommen worden war, dass sie inzwischen virusfrei seien.

Die Hoffnung des Landes, die Vogelgrippe für besiegt erklären zu können, erhielt damit einen Rückschlag. Als Problem erweisen sich dort nach offiziellen Angaben Kampfhähne, die von ihren Besitzern vor den Massentötungen versteckt worden waren und die jetzt die Krankheit wieder verbreiten. Ein Kampfhahn kann seinem Besitzer bis zu umgerechnet 10 000 Euro einbringen; bei den Tötungen erhält er lediglich etwa 80 Cent Entschädigung. Die Bürger wurden aufgerufen, Nachbarn anzuzeigen, wenn sie Kampfhähne verstecken.

In einem thailändischen Zoo hatten sich auch zwei Leoparden mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert. Einer von ihnen verendete. Die Raubtiere waren mit Geflügel aus einem Seuchengebiet gefüttert worden. Experten sind durch diese neue, allerdings seltene Infektion über Artengrenzen hinweg alarmiert.

Auch Menschen haben sich in Einzelfällen nach engem Kontakt mit erkrankten Tieren angesteckt. Von Mensch zu Mensch hat es nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine Infektion gegeben. Experten befürchten aber, dass sich das tierische Virus mit einem menschlichen Grippevirus verbinden und so ein neues, für den Menschen viel gefährlicheres Virus entstehen könnte.

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