Insel Rügen: Tornado-Einsatz gegen Vogelgrippe brachte nichts

Insel Rügen
Tornado-Einsatz gegen Vogelgrippe brachte nichts

Außer Spesen nichts gewesen: Der Versuch, auf der Insel Rügen tote Vögel mit Hilfe von Aufklärungstornados der Bundeswehr aufzuspüren, ist kläglich gescheitert. Unterdessen hat die Tierseuche in Deutschland die ersten Geschäftemacher auf den Plan treten lassen.

HB BERGEN. Bundeswehr-Sprecher Michael Büsching sagte am Mittwoch, die von den Kampfflugzeugen gemachten Aufnahmen hätten kaum Aufschluss über Ansammlungen toter Tiere geben können. „Eis- und Schneereste erschweren die Identifikation. Außerdem hat sich die Unterscheidung der lebenden von toten Vögeln als schwierig erwiesen“. Die Tornados würden deswegen nicht weiter im Kampf gegen die Vogelgrippe eingesetzt.

Unterdessen sind am Mittwoch keine neuen Fälle von Vogelgrippe-infizierten Vögeln in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen worden. Ein Sprecher des Krisenstabs der Landesregierung sagte in Schwerin, es bleibe bei 103 Fällen, die mit der Virusvariante H5N1 infiziert gewesen seien. Nach seinen Angaben wurden seit dem 1. Februar im gesamten Land 2 283 tote Vögel gefunden, darunter 1 492 auf Rügen. Insgesamt seien 1 712 Tiere auf die Vogelgrippe untersucht worden. Erstmals waren am Dienstag voriger Woche zwei auf Rügen tot aufgefundene Schwäne positiv auf den Erreger getestet worden.

Auf Rügen ging am Mittwoch die Suche nach toten Vögeln weiter. Daran waren erneut auch 250 Soldaten beteiligt. Sie hätten am Dienstag fast 100 tote Tiere geborgen „und eine ganze Menge mehr gesehen“, sagte ein Sprecher der Bundeswehr. Diese Vögel hätten zum Teil noch nicht eingesammelt werden können, weil sie auf unzugänglichen Stellen wie angetauten dünnen Eisflächen lägen. Die Behörden setzen nach Angaben des Landratsamts auch die vorsorgliche Tötung von Hausgeflügel fort.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnte am Mittwoch vor Unternehmen, die die Angst vor der Vogelgrippe für unseriöse Geschäfte missbrauchen. So biete etwa eine Firma aus Stockelsdorf bei Lübeck per Fax ein „Vorsorgepaket“ für saftige 20 Euro an. Der Inhalt bestehe aus Schutzhandschuhen, Mundschutz, Desinfektionsmittel und einem Infoblatt und solle die ganze Familie schützen. Auch seien bereits Anbieter teurer 0900-Nummern auf dem Markt, die mit Informationen zur Vogelgrippe werben und damit viel Geld verdienen wollten. Von diesen Angeboten sollte niemand Gebrauch machen. Dies gelte auch für kostenträchtige Faxabrufe und teure SMS-Nachrichten.

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