International: Auswärtiges Amt: Iran soll Klein freilassen

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Auswärtiges Amt: Iran soll Klein freilassen

Für den im Iran inhaftierten Deutschen Donald Klein (53) aus Lambsheim in der Pfalz steigen möglicherweise die Chancen auf eine baldige Freilassung.

dpa HAMBURG/LAMBSHEIM/TEHERAN. Das Auswärtige Amt hat die iranische Regierung nach der Freilassung des Franzosen Stéphane Lherbier aufgefordert, auch den weiterhin inhaftierten Deutschen Donald Klein auf freien Fuß zu setzen.

Nach Angaben von Kleins Frau Karin ist am Sonntag der französische Begleiter ihres aus Lambsheim in der Pfalz stammenden Mannes von den iranischen Behörden nach gut 14 Monaten Haft entlassen worden. Das teilte Karin Klein der dpa nach einem Telefonat mit ihrem 53-jährigen Ehemann aus dem Evine-Gefängnis in Teheran mit. Klein und Lherbier waren bei einer Angeltour wegen illegalen Eindringens in den Iran im Vorjahr zu je 18 Monaten Haft verurteilt worden.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Sonntag in Berlin: „Bei aller Erleichterung über die Freilassung von Lherbier muss es jetzt darum gehen, dass der gleichzeitig mit ihm verhaftete Donald Klein jetzt freigelassen wird. Das Auswärtige Amt hat diese klare Erwartung der iranischen Regierung heute übermittelt.“

In Paris bestätigte Außenminister Philippe Douste-Blazy die Freilassung des Franzosen aufgrund eines Gnadenerlasses. Lherbier halte sich gegenwärtig in der französischen Botschaft in Teheran auf, sagte Douste-Blazy. Der Minister fügte an, Frankreich sei solidarisch mit Deutschland und hoffe, „dass auch Donald Klein in den nächsten Tagen freikommen wird.“

Am Vormittag waren nach der Schilderung von Karin Klein iranische Beamte in den Zellentrakt gekommen und hätten den Franzosen aufgefordert, er könne „seine Tasche nehmen und gehen“. Allerdings „weiß mein Mann nicht, ob auch er bald freikommt“, sagte die Ehefrau. Ihr Mann sei von den iranischen Beamten am Sonntag nicht angesprochen worden. „Er fühlt sich entsprechend bescheiden“, sagte Frau Klein.

Der Steinmetz und Bildhauer Donald Klein und Lherbier waren am 29. November 2005 auf einer Angeltour in der Nähe der Insel Abu Musa in der Meerenge von Hormus festgenommen worden. Diese Insel beansprucht der Iran als Hoheitsgebiet. Im Januar 2006 wurden beide wegen illegalen Eindringens in iranische Hoheitsgewässer zu 18 Monaten Haft verurteilt. Klein hatte mit seiner Frau in Dubai Urlaub gemacht. Bei dem Franzosen Stephane Lherbier hatte er eine Angeltour gebucht, die dann im Iran endete.

Die Familien Klein und Lherbier sowie deutsche und französische Politiker hatten wiederholt an die iranischen Behörden appelliert, die beiden Angler freizulassen. Bundespräsident Horst Köhler hatte kurz vor Weihnachten in einem Gnadengesuch an den iranischen Religionsführer Ali Chamenei um die vorzeitige Entlassung Kleins gebeten.

Zuletzt hatte Ende Januar der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Fritz Kuhn, nach einem Besuch bei Klein im Gefängnis erklärt: „Wir haben Signale erhalten, aus denen wir schließen können, dass in den Fall Bewegung gekommen ist - in Bezug auf eine vorzeitige Entlassung.“

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