Interview mit „El Chapo“: Der Drogenboss und der Schauspieler

Interview mit „El Chapo“
Der Drogenboss und der Schauspieler

Mexikos berüchtigtster Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán, ist nach Monaten der Flucht gefasst. Die USA wollen seine umgehende Auslieferung. Der Fall wird vom kuriosen Interview mit Schauspieler Sean Penn überschattet.

Mexiko-StadtMexiko hat formell das Auslieferungsverfahren gegen den gefassten Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán eingeleitet. Beamte von Interpol Mexiko stellten dem Chef des „Sinaloa-Kartell“ am Sonntag im Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano zwei US-Haftbefehle zu, mit denen gleichzeitig seine Auslieferung beantragt wird, wie die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft erklärte.

Guzmáns Anwälte können nun per Einspruch und Einstweiliger Verfügungen gegen die Auslieferung vorgehen. Ein Gericht trifft daraufhin eine Entscheidung und leitet den Vorgang an das mexikanische Außenministerium weiter. Wenn dieses der Überstellung an die US-Justiz zustimmt und sie einleitet, kann „El Chapo" noch einmal einstweiligen Rechtsschutz beantragen. Lehnt ein Gericht diesen ab, ist der Weg für die Auslieferung frei. Theoretisch.

Juristen zufolge kann das zu erwartende juristische Gezerre mehrere Monate dauern. Und Experten wie der politische Analyst Jorge Zepeda Patterson weisen daraufhin, dass die Entscheidung der Auslieferung ohnehin eine politische und keine juristische sei. Gefällt wird sie letztlich mittelbar von Präsident Enrique Peña Nieto. Dabei ist die Frage, welche die kleinere Demütigung für ihn und seine Regierung sein wird: Ausliefern und zugeben, dass man den meistgesuchten Verbrecher des Landes in den eigenen Gefängnissen nicht sicher verwahren und ihm auch nicht den Prozess für die begangenen Verbrechen machen kann. Oder eine mögliche neuerliche Flucht des Großganoven, die wohl kein Mexikaner der Regierung verzeihen würde.

In den Vereinigten Staaten liegen mehrere Haftbefehle gegen „El Chapo" vor. Die US-Behörden werfen dem Chef des Sinaloa-Syndikats unter anderem Mord, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vor. Die Antidrogenbehörde DEA hatte ein Kopfgeld von bis zu fünf Millionen US-Dollar (4,6 Millionen Euro) auf Guzmán ausgesetzt. Alleine in Chicago gilt „El Chapo" wie früher der US-Großkriminelle Al Capone als „Staatsfeind Nummer eins", weil er die Millionen-Metropole im Bundesstaat Illinois angeblich mit Drogen aller Art versorgt hat.

Aber das „Sinaloa-Kartell“ ist heute weit mehr als eine Rauschgiftmafia. Das Syndikat ist in rund 50 Staaten vertreten und widmet sich 21 illegalen Aktivitäten. „Es ist längst ein diversifiziertes Unternehmen des Organisierten Verbrechens, das nur noch die Hälfte seines Umsatzes mit Drogenhandel macht“, sagt Edgardo Buscaglia, Leiter des International Law and Economic Development Centre in Mexiko. Die übrigen Einkünfte generieren sie aus Geschäften wie Schmuggel, Menschenhandel, Raub von Rohstoffen und Produkt-Piraterie. „Heute ist das Sinaloa-Kartell die fünftgrößte kriminelle Organisation der Welt“, betont Buscaglia.

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