„Irene“ und die Folgen
Waren wir alle bloß hysterisch?

Der Hurrikan Irene hat weitaus weniger Schaden angerichtet als angenommen. Waren die düsteren Warnungen, die Evakuierungen und die Hamsterkäufe also übertrieben? Politiker müssen sich nun rechtfertigen. Zu Unrecht.
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Es war einmal ein Hirtenjunge, dem war furchtbar langweilig. Also schrie er eines Tages vor dem Dorf laut „Wolf!“, nur so zum Spaß. Die alarmierten Dorfbewohner rannten dem Jungen zur Hilfe – und kehrten genervt wieder um. Als eines anderen Tages wirklich ein Wolf vor dem Jungen stand, waren seine Hilferufe vergebens. Niemand glaubte ihm mehr.

Die alte Fabel von Äsop, in Amerika als „The Boy Who Cried Wolf“ bekannt, wird gerade wieder oft erzählt. Der Hirtenjunge steht dabei für all die Politiker, die düster vor dem Hurrikan Irene warnten, die U-Bahnen dichtmachten und ganze Landstriche evakuierten. Für Leute wie New Jerseys Gouverneur Chris Christie, New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg oder gar US-Präsident Barack Obama, der vor einem „historischen Hurrikan“ gewarnt hatte.

Kritiker werfen ihnen nun vor, sie hätten unnötig Panik geschürt. Gemeinsam mit ihren Komplizen: den Meteorologen und den Medien, die aus dem Sturm in ein Rund-um-die-Uhr-Spektakel gemacht hätten (was stimmt). In Wahrheit habe sich Irene aber doch nur als ein Sturm im Wasserglas entpuppt.

Mal abgesehen davon, dass Irene 18 Todesopfer gefordert und Milliardenschäden verursacht hat: Die Kritiker machen es sich zu einfach. Man muss nicht erst den Hurrikan Katrina 2005 mit 1800 Toten bemühen, um zu wissen, was passieren kann, wenn die Bevölkerung nicht ausreichend auf ein solches Naturereignis vorbereitet ist.

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Auf den schlimmsten Fall vorbereiten

Kommentare zu " „Irene“ und die Folgen: Waren wir alle bloß hysterisch?"

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  • Ich kann Lavendel nur zustimmen. Weniger Besserwisser würden unserer Welt definitiv gut tun !

  • Genau so ist es!! Wenn durch die vielleicht etwas zu aufgebauschte Berichterstattung nur ein Menschenleben gerettet wurde hat es sich doch gelohnt. Diese ewigen Besserwisser gehen mir auch langsam auf die Nerven!

  • Diese Meldungen werden ja geplant veröffentlicht. Sozusagen vorgeschrieben, dafür werden andere Themen unter den Teppich gekehrt weil unerwünscht. Medien werden immer zur Beeinflussung benutzt um "wichtige Themen" wie Terrorismus, Klimakatastrophe, Peak Oil usw. zu verbreiten. Dann kommt der Ruf nach Lösung der Probleme.
    Und die Politik hat, oh Wunder, die Lösung parat. Überwachung, CO2-Besteuerung, Öl-Verteuerung etc.

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