Israel
Waldbrände nahe Haifa sind gelöscht

Die schweren Waldbrände im israelischen Karmel-Gebirge sind gelöscht. Einsetzender Regen habe geholfen, dass die letzten Brandherde ausgegangen seien, sagte der Sprecher der Einsatzkräfte, Joram Levy, am Montag.
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HB TEL AVIV/HAIFA. Im Karmel-Gebirge hatte es zuvor nach Angaben der Universität Haifa acht Monate lang nicht richtig geregnet. Die lange Trockenheit sowie Temperaturen um 28 Grad Celsius hatten die Waldbrände begünstigt. Nur mit massiver Hilfe aus dem Ausland konnten die Brandherde bis zum Sonntagnachmittag unter Kontrolle gebracht werden. 24 ausländische Flugzeuge flogen den Angaben zufolge mehr als 400 Löscheinsätze.

Im Kampf gegen die verheerenden Brände hatte sich bereits am Sonntag abgezeichnet. Ein Grund dafür ist das Eintreffen des vielleicht größten Feuerlöschers der Welt: Ein Boeing 747 Löschflugzeug. Seit Sonntag beteiligt sich das Flugzeug einer US-Firma an den Löscheinsätzen. Pro Flug können damit rund 75 000 Liter Wasser und Brandhemmer über den Flammen abgeworfen werden. Ein Feuerwehrpsrecher hatte aber erklärt, es werde noch Tage dauern, bis die Flammen endgültig gelöscht seien.

Der größte Waldbrand in der Geschichte Israels war am Donnerstagmittag ausgebrochen. Brandverursacher sind nach ersten Ermittlungen zwei Jugendliche, die im Wald Feuer für eine Wasserpfeife sowie Kaffee angemacht hatten. Die Flammen konnten sich so schnell ausbreiten, weil Israel einen ungewöhnlich heißen Sommer hinter sich hat und in der normalerweise niederschlagsreichen Herbst- und Wintersaison wenig Regen gefallen ist. Zudem gab es in den vergangenen Tagen starken Wind. 41 Menschen kamen ums Leben. Unter ihnen sind hauptsächlich Gefängnisaufseher, die Insassen einer Haftanstalt vor den Flammen in Sicherheit bringen wollten. Ein 16-Jähriger, der die freiwillige Feuerwehr unterstützte, kam bei der Rettungsaktion ebenfalls ums Leben.

Darüber hinaus hat das Feuer mehr als fünf Millionen Bäume auf einer rund 50 Quadratkilometer großen Fläche vernichtet. Diese Fläche ist etwas größer als der Ammersee (46 Quadratkilometer). Der Brand hat fast die Hälfte des Karmel-Waldes zerstört, ein beliebtes Ausflugsziel und Naturschutzgebiet. Nur sieben Prozent von Israel sind bewaldet. Der Karmel-Wald macht fünf Prozent davon aus. Mehr als 17 000 Menschen hatten sich vor dem Feuer in Sicherheit gebracht. Die Universität von Haifa setzte am Montag den Lehrbetrieb wieder fort.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dankte dem Ausland für dessen Unterstützung. Darunter sind auch Feuerwehrleute aus den palästinensischen Autonomiegebieten. Feuerwehrkommandeur Ibrahim Ajisch aus Bethlehem sagte, er hoffe, dass die Hilfe der Palästinenser bei der Brandbekämpfung einen Funken guten Willens schlagen könne. „Ich hoffe, dass es ein guter Anfang für mehr Kooperation, humanitäre Hilfe und Frieden sein kann“, sagte er. Vor seinem Einsatz nahe Haifa war Ajisch zehn Jahre lang nicht mehr in Israel. Aus Angst vor Attentaten wurde damals die Einreise von Palästinensern nach Israel stark beschränkt.

Für die beiden mutmaßlichen Brandverursacher sollte eine Haftverlängerung beantragt werden. Die minderjährigen Brüder aus dem Dorf Usufija im Karmel-Gebirge waren am Samstag wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung festgenommen worden. Die Tante der beiden erklärte im Rundfunk, ihre Neffen seien nicht verantwortlich für den schlimmsten Waldbrand in der Geschichte Israels. „Sie sind unschuldig, sie waren es nicht“, erklärte die Frau, die nur als Abir vorgestellt wurde. Ihre Neffen seien rechtschaffene, unschuldige Jungen aus einem guten Elternhaus. Sie rauchten keine Wasserpfeifen.

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