Italien Bewaffneter eröffnet Feuer auf sechs Schwarze

Bei einem zweistündigen Angriff werden sechs Afrikaner verletzt, eines der Opfer lebensgefährlich. Der mutmaßliche Täter wird festgenommen. Möglicherweise hat die Tat etwas mit dem Mord an einer 18-Jährigen zu tun.
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Sanitäter versorgen einen Verletzten, nachdem er angeschossen worden ist. Quelle: dpa
Schießerei in Macerata

Sanitäter versorgen einen Verletzten, nachdem er angeschossen worden ist.

(Foto: dpa)

MailandEin Bewaffneter hat aus einem Auto heraus in der mittelitalienischen Stadt Macerata sechs Menschen durch Schüsse verletzt. Eines der Opfer habe am Samstag lebensgefährliche Verletzungen erlitten, sagte der Bürgermeister Romano Carancini dem Sender „Sky TG24“. Bei den Verletzten handele es sich um fünf Männer und eine Frau. Sie seien alle schwarz. Die Polizei teilte mit, dass es sich bei den Verletzten um Ausländer handele.

Ein 28-jähriger italienischer Tatverdächtiger ohne Vorstrafen wurde festgenommen. Ein Video, das die Zeitung „il Resto del Carlino“ veröffentlichte, zeigte einen Mann mit einer italienischen Flagge um die Schultern gelegt. Er wurde von bewaffneten Carabinieri im Stadtzentrum festgenommen. Die Festnahme ereignete sich in der Nähe vom Ort, wo er offenbar zu Fuß aus seinem Auto geflohen war. In italienischen Medienberichten war zu erfahren, dass der Verdächtige einen faschistischen Gruß gemacht habe, als er festgenommen wurde.

Der Angriff des Täters soll zwei Stunden gedauert haben. Ein Tatmotiv wurde zunächst nicht genannt. Die Schüsse fielen wenige Tage, nachdem die zerstückelte Leiche einer italienischen Jugendlichen gefunden worden war. Der Hauptverdächtige bei diesem Fall ist ein nigerianischer Einwanderer. Carancini sagte: „Die Nähe der beiden Ereignisse lässt einen denken, dass es eine Verbindung gibt.“

Die Leiche der in Macerata ermordeten 18-Jährigen wurde am Mittwoch in zwei Koffern entdeckt. Zwei Tage zuvor hatte die Jugendliche eine Gemeinde zur Rehabilitation von Drogensüchtigen verlassen.

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, das Auto des mutmaßlichen Schützen vom Samstag sei in der Gegend gesehen worden, wo die Leiche der Frau entdeckt worden sei und auch in der Nähe des Wohnorts des Verdächtigen. Ansa meldete, der 28-jährige mutmaßliche Schütze habe bei Kommunalwahlen vergangenes Jahr in der Stadt Corridonia für die einwanderungsfeindliche Partei Lega Nord kandidiert. Er habe nicht gewonnen. Ein Parteisprecher konnte die Verbindung zunächst nicht bestätigen.

Die Tötung des Teenagers fiel in den Wahlkampf vor den Parlamentswahlen in Italien am 4. März. Dabei ist Ausländerfeindlichkeit zu einem prominenten Thema geworden. Der Anführer der Partei Lega Nord, Matteo Salvini, hat bei Wahlkampfauftritten den Mord angesprochen. Er kündigte an, in seinem ersten Amtsjahr 150.000 Migranten abzuschieben, sollte seine Partei stärkste Kraft im Parlament werden und er zum Ministerpräsidenten ernannt werden.

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