Italien
Papst Franziskus besucht Erdbebenregion

Schwere Erdbeben legten vor fünf Jahren viele Orte in Italien in Trümmer. Papst Franziskus hat nun in Carpi eine beschädigte Kathedrale besucht, die erst vor einer Woche wiedereröffnet wurde.
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CarpiPapst Franziskus hat die vor fünf Jahren von zwei schweren Erdbeben erschütterte norditalienische Region Emilia-Romagna besucht. Dort wurde das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag von Zehntausenden Gläubigen begrüßt. 2012 waren bei den Erdbeben der Stärken 6,1 und 5,8 insgesamt 28 Menschen in Emilia-Romagna ums Leben gekommen. Der Wiederaufbau in der Gegend soll auch den Regionen Zentralitaliens Hoffnung machen, in denen es im vergangenen Jahr zu noch verheerenderen Erdstößen gekommen war.

Franziskus besuchte zunächst die durch Erdbeben beschädigte Kathedrale von Carpi, wo er einen Strauß weißer Blumen an einer Madonnenstatue niederlegte. Nach Jahren der Restaurierung war die Kirche erst am vergangenen Wochenende wiedereröffnet worden.

„Es gibt diejenigen, die in den Trümmern des Lebens begraben bleiben“, sagte der Papst in seiner Predigt vor etwa 20.000 Menschen, die sich auf dem Platz vor der Kathedrale zu einer Freiluftmesse versammelt hatten. „Und es gibt diejenigen wie euch, die sich mit Gottes Hilfe aus den Trümmern erheben, um wiederaufzubauen.“

Weitere 50.000 Personen verfolgten die Messe auf großen Bildschirmen in der Stadt. Carpi hat etwa 70.000 Einwohner. Der Papst wollte bei seinem eintägigen Besuch Familien treffen, die durch Erdbeben Angehörige verloren. Zudem war ein Gespräch mit Priestern und Nonnen geplant.

Die Art und Weise, wie Emilia-Romagna nach den beiden Erdbeben 2012 den Wiederaufbau anging, wird oft als vorbildhaft angeführt. Unter anderem wurden Politiker, Unternehmer und Bischöfe zusammengebracht, um über gemeinsame Prioritäten zu entscheiden. Der Papst-Besuch sei als Zeichen der Dankbarkeit für den Wiederaufbau gedacht, sagte der Erzbischof von Carpi, Monsignore Francesco Cavina, dem Fernsehsender TV2000. Doch sei er auch „ein Zeichen der Hoffnung, dass der Wiederaubau für die Menschen Zentralitaliens möglich ist“.

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 waren am 24. August in den zentralitalienischen Regionen Umbrien, Abruzzen und Marken fast 300 Menschen getötet worden. Tausende Gebäude stürzten ein, darunter Kirchen, historische Bauwerken und Museen. Viele Stadtzentren wurden unbewohnbar gemacht. Im Oktober folgte dann eine Reihe weiterer Erdbeben, darunter eines der Stärke 6,6.

Dabei gab es aber keine weiteren Todesfälle. Behörden haben die Schäden der Erdbeben von 2016 in Zentralitalien auf mehr als 23,5 Milliarden Euro geschätzt. Im Vergleich dazu waren es bei den Erdstößen in Emilia-Romagna vor fünf Jahren 13,5 Milliarden Euro.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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