Jack White feiert 75.
Vom Betteljungen zum Weltstar

Er schrieb die Hymne zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 und den Megahit „Looking for Freedom“: Schlagermogul Jack White blickt an seinem 75. Geburtstag auf ein „Unglaubliches Leben“ zurück.
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BerlinEigentlich heißt er Horst Nußbaum. Doch weil sein Produzent auch Roy Black unter Vertrag hatte, wird er zu Jack White. Unter diesem Namen hat der Metzgerssohn und „Kölsche Jung“ eine beispiellose Karriere als wohl erfolgreichster deutscher Musikproduzent hingelegt.

Superschnulzen wie „Schöne Maid“, „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ und „Heute so, morgen so“ gehen auf sein Konto. Schlagerstars von Roberto Blanco bis Tony Marshall, von Hansi Hinterseer bis David Hasselhoff verdanken ihm den Aufstieg. An diesem Mittwoch wird der Großmeister der deutschen Wohlfühl-Musik 75 Jahre alt.

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„Ich hab' das Glück, dass ich offensichtlich gute Gene habe. Ich brauche noch immer keine Lesebrille und hab' auch noch meine Haare. Das ist kein Toupé“, sagt Jack White und packt sich an den Haarschopf. „Noch nicht mal gefärbt, nur getönt.“ Wie er da in seinem Büro sitzt, aufgeräumt, hellwach und durchtrainiert, scheint immer noch der Profisportler von einst durchzublitzen.

Über und über sind die Wände in dem großbürgerlichen Altbau am Berliner Kudamm mit Gold- und Platinschallplatten tapeziert. Mehr als eine Milliarde Tonträger hat er inzwischen verkauft und über tausend Songs geschrieben. „Geben Sie mir eine Gitarre und ich schreibe Ihnen in fünf Minuten ein Lied“, sagt er. „Das ist nun mal die Gabe, die der liebe Gott mir geschenkt hat.“

„Vom Betteljungen zum Weltstar“ - so überschreibt White selbst gern sein Leben. 1940 wird er als Sohn eines Metzgers in Köln geboren. Der Vater macht sich aus dem Staub, als der Junge zwölf ist. So trägt er Brötchen und Zeitungen aus, um die Mutter zu unterstützen.

Er lernt Außenhandelskaufmann, erwirbt mehrere Dolmetscherdiplome und macht schließlich eine erste Karriere als Profifußballer bis zum niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven.

Doch seine eigentliche Leidenschaft gilt der Musik. Auf eine erste Single („Ein paar Tränen“) 1967 folgen vierzehn weitere Versuche - ohne Erfolg. „Als Produzent könnte ich mich heute darüber totlachen, dass ich mal geglaubt habe, ich sei ein guter Sänger“, räumt er ein.

Der Durchbruch kommt erst, als er die Seiten wechselt und 1969 mit Roberto Blanco und dem Song „Heute so, morgen so“ das Deutsche Schlagerfestival gewinnt.

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