Jagd auf Bruno
Finnische Hunde gegen den streunenden Bären

Auf der Jagd nach dem flüchtigen Braunbär Bruno naht Hilfe aus dem Ausland. Aus Finnland soll eigens eine Hundestaffel eingeflogen werden, um den Störenfried zu finden und eine Gefangennahme zu ermöglichen. Gelingt der Plan, wäre das auch für die Finnen eine Premiere – mit ihren eigenen Bären gehen sie weit weniger zimperlich um.

HB INNSBRUCK/MÜNCHEN. Der Braunbär „Bruno“ alias „JJ1“ wird es am Wochenende mit einer finnischen Hundestaffel aufnehmen müssen - vorausgesetzt es gelingt, das Tier aufzufinden. Vier Hunde mit ebenso vielen Führern seien auf dem Weg von Helsinki nach Tirol, berichtete am Freitag die österreichische Nachrichtenagentur APA. Allerdings dürfte sich das Unterfangen, den Bären zu stellen und mit einem Spezialgewehr zu betäuben, als äußerst schwierig herausstellen, sagte der Freiburger Wildbiologe Felix Knauer.

Aus der Abteilung für Landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei in Innsbruck hieß es, wenn man in etwa wisse, wo sich „Bruno“ aufhalte, könnten die Hunde seine Spur aufnehmen. Sie würden den Braunbären dann umkreisen, aber nicht anfallen. Mit einem Narkosegewehr solle „Bruno“ dann betäubt werden.

Allerdings hat die Hundestaffel aus Finnland keinerlei Übung mit einem solchen Szenario. Knauer sagte der „Süddeutschen Zeitung“, in Skandinavien sei der Umgang mit neurotischen Bären wesentlich einfacher: „Wenn dort ein Bär zu viele Schäden anrichtet, und das gilt auch für Regionen fernab von Siedlungen, dann wird er geschossen.“ Nirgends habe man bisher versucht, einen Bären mit Hunden zu stellen und ihn dann zu betäuben. „Wenn uns dies gelänge, wäre das eine weltweite Premiere“, sagte Knauer, der die Chancen auf Erfolg gering einschätzt.

Der Bär war am Donnerstag in einem Talkessel bei Scharnitz in Tirol nahe der österreichisch-deutschen Grenze gesehen worden. Die Umweltschutzorganisation WWF wurde von der Polizei informiert, doch noch vor dem Eintreffen von Mitarbeitern war „BRUNO“ schon wieder über alle Berge. Gerüchte, wonach der Bär erneut ein Schaf gerissen haben soll, bestätigten sich zunächst nicht. Beim Land Tirol sei per E-Mail ein unscharfes Foto eingegangen, das den Bären angeblich in der Schlick im Stubaital zeige, hieß es weiter. Es sei wahrscheinlich aber nicht echt, erklärte die Abteilung für Landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%