Jahresbericht vorgelegt
Zahl der Drogentoten in der EU nimmt zu

Der Jahresbericht der EU-Drogenbeobachtungtsstelle ist ernüchternd: Die Zahl der Drogentoten in den Ländern der Europäischen Union ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Gleichzeitig habe der Drogenkonsum vor allem bei jungen Menschen stetig zugenommen, sagte der Direktor der EU- Drogenbeobachtungsstelle, Georges Estievenart, am Mittwoch in Straßburg.

HB STRASSBURG. Die meisten der bis zu 9 000 jährlich gemeldeten Drogentoten seien zwischen 20 und 30 Jahren alt, rund ein Drittel sei jünger als 20.

Nach Angaben der Drogenbeobachtungsstelle stieg die Zahl der Todesopfer in der EU in den neunziger Jahren um 36,5 % auf 8731. Mit Sorge betrachtet Estievenart die wachsende Bagatellisierung des Haschisch-Konsums und den Anstieg des Kokainverbrauchs in den Großstädten, vor allem in England, Deutschland und Dänemark. Aus Erhebungen der Jahre 2000 bis 2002 gehe hervor, dass einer von fünf erwachsenen Europäern schon einmal Cannabis geraucht hat. In der Gruppe der 15- bis 34-Jährigen liege der Anteil sogar bei 44 %.

Vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung im kommenden Jahr wies Estievenart auf die Gefahr des Anstiegs des Drogenhandels hin und warnte vor Drogen bedingten Infektionskrankheiten. Bei der Ausbreitung der HIV-Epidemie stünden einige osteuropäische Länder prozentual weltweit an der Spitze. In Estland sei die Zahl der HIV- Infektionen bei Drogensüchtigen im Jahr 2001 um 282 % gestiegen, in Lettland um 67 %.

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