Jahreschronik
Das war der Dezember 2005

Merkels Besuch in Polen, die 1000. Hinrichtung in den USA, die CIA-Affäre, der EU-Gipfel, die Freilassung der deutschen Geisel im Irak sowie die Teileinigung bei der Welthandelskonferenz standen im Mittelpunkt.
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1. Dezember 2005

Die EZB hebt zum ersten Mal seit fünf Jahren den Leitzins wieder an. Er steigt auf 2,25 Prozent. Seit Juni 2003 hatte der Zins auf dem historisch niedrigen Niveau von 2,0 Prozent verharrt. Gegen die Zinserhöhung hatte es schon im Vorfeld massive Kritik aus den EU-Staaten gegeben, weil hohe Zinsen und teure Kredite dem zarten Wirtschaftsaufschwung schaden könnten.

In einer Aussprache zur Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel stellen die Fachminister im Bundestag ihre Pläne für die nächsten Monate vor. Finanzminister Peer Steinbrück räumt ein, dass die für 2007 geplante Mehrwertsteuererhöhung die Wirtschaft belasten werde. Doch brauche der Staat die Mehreinnahmen.

Die Mutter und die Schwester der im Irak verschleppten Deutschen Susanne Osthoff wenden sich mit einer Videobotschaft über den arabischen Sender Al Dschasira an die Entführer und bitten um die Freilassung der Archäologin.

Bürger und Unternehmen in der Europäischen Union können künftig im Internet das neue Domänen-Kürzel ".eu" verwenden, teilt die EU- Kommission in Brüssel mit.

Die Europäische Union erkennt die Ukraine als Handelspartner mit einer Marktwirtschaft an.

Für seine Verdienste um Sport und Gesellschaft erhält Franz Beckenbauer einen "Millenium-Bambi". Mit weiteren Fernsehpreisen geehrt werden unter anderen die Schauspieler Veronica Ferres und Til Schweiger, die Sängerinnen Caterina Valente und Mariah Carey, der Sänger Bill Kaulitz, die Teenie-Band Tokio Hotel sowie der Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch.

2. Dezember 2005

Bei ihrem Antrittsbesuch in Warschau stellt Bundeskanzlerin Angela Merkel Polen eine Anbindung an die geplante Gaspipeline durch die Ostsee in Aussicht. Beide Regierungen vereinbaren, den Dialog über die Erinnerung an Vertreibungen im 20. Jahrhundert fortzusetzen.

Die Justizminister der EU beschließen, dass zur Terrorabwehr alle Verbindungsdaten des E-Mail- und Telefonverkehrs mindestens sechs Monate gespeichert werden. Die Entscheidung stößt auf die Kritik von Datenschützern.

Bei einem Brand in Wohncontainern für Obdachlose kommen in Halberstadt in Sachsen-Anhalt neun Männer ums Leben. Ursache war vermutlich eine brennende Zigarette.

In den USA findet die 1000 Hinrichtung seit seit ihrer Wiederzulassung im Jahr 1976 statt. Der 57-jährigen Kenneth Lee Boyd wird in Raleigh, North Carolina, mit einer Giftspritze getötet.

3. Dezember 2005

Mit Blick auf die bevorstehende Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) sprechen sich die Finanzminister und Notenbankchefs der Siebenergruppe (G-7) für eine weitere Liberalisierung des Welthandels aus.

Bei einem Anschlag auf einen irakischen Militärkonvoi werden rund 100 Kilometer nördlich von Bagdad 19 Soldaten getötet.

Auf dem Frankreich-Afrika-Gipfel in der malischen Hauptstadt Bamako fordert der gastgebende Präsident Amadou Toumani Touré eine Lösung für das Problem der Massenflucht junger Afrikaner nach Europa.

Der Länderrat der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) spricht sich für eine Fusion mit der Linkspartei aus.

Julia Jentsch erhält für ihre Rolle als Widerstandskämpferin in dem Film "Sophie Scholl - Die letzten Tage" den Europäischen Filmpreis als beste Schauspielerin.

Der Film "Caché" (Versteckt) des österreichischen Regisseurs Michael Haneke wird mit insgesamt fünf Auszeichnungen der große Sieger bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises.

4. Dezember 2005

Der seit 16 Jahren regierende Nursultan Nasarbajew gewinnt die Präsidentenwahl in Kasachstan.

Beim Einsturz einer Schwimmhalle werden in der nordrussischen Stadt Tschussowoi am Ural mindestens 18 Badegäste getötet.

Nach einem Bericht der "Washington Post" soll der frühere Innenminister Otto Schily (SPD) von der irrtümlichen Entführung des Deutsch-Libanesen Khaled el Masri durch die CIA 2003 gewusst haben.

Bei der von den wichtigsten Oppositionsparteien boykottierten Parlamentswahl in Venezuela gewinnt die Koalition von Präsident Hugo Chávez nach eigenen Angaben alle 167 Sitze in der Nationalversammlung.

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