Jahreschronik
Das war der November 2005

Die Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin, der Notstand in Frankreich, die Entführung einer Deutschen im Irak, der Bruch des Regierungsbündnisses in Israel sowie die Affäre um geheime Flüge der CIA standen im Mittelpunkt.
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1. November 2005

Einen Tag nach dem Rücktritt von Franz Müntefering vereinbaren die Landesvorsitzenden der SPD, den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck zum Bundesvorsitzenden der Partei vorzuschlagen.

CSU-Vorsitzender Edmund Stoiber will nun doch nicht als Wirtschaftsminister nach Berlin gehen, sondern Ministerpräsident in Bayern bleiben. Zur Begründung verweist er auf den Amtsverzicht Münteferings. Dies schüre Zweifel an der Berechenbarkeit und dem Kurs der SPD.

Die US-Notenbank erhöht den Leitzins zum zwölften Mal in Folge und setzt ihn bei 4,0 Prozent fest. Im Juni 2004 lag er noch mit 1,0 Prozent auf dem tiefsten Stand seit mehr als 40 Jahren. Die US-Notenbanker befürchten ein Anheizen der Inflation durch die hohen Energiepreise.

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen werden zwei Palästinenser getötet, unter ihnen ein Führer der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden.

Zum Auftakt einer ersten Auslandsreise seit ihrer Hochzeit besuchen Prinz Charles und Herzogin Camilla das Gelände des zerstörten World Trade Centers in New York.

2. November 2005

Der Vorstand der SPD nominiert Platzeck als neuen Parteichef. Ebenfalls einstimmig billigt das Gremium Platzecks Personalvorschläge für den Führungszirkel. Demnach soll der 32-jährige Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil aus Niedersachsen zum Generalsekretär gewählt werden.

Bei schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei kommen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mindestens 33 Menschen ums Leben. Hintergrund sind Proteste gegen das Ergebnis der Parlamentswahl vom 15. Mai.

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac spricht sich angesichts der anhaltenden Unruhen in den Pariser Vorstädten für einen Dialog mit den Bewohnern aus, fordert aber auch ein entschlossenes Vorgehen gegen die Gewalt.

Die "Washington Post" veröffentlicht einen Bericht über Geheimgefängnisse der CIA in Osteuropa.

Die Deutsche Telekom reagiert auf den wachsenden Wettbewerbsdruck und kündigt die Streichung von 32 000 Arbeitsplätzen an. Der Abbau trifft in den nächsten drei Jahren vor allem die schrumpfende Festnetzsparte T-Com. Betriebsbedingte Kündigungen werde es dabei bis Ende 2008 nicht geben. Zugleich sollen 6000 neue Mitarbeiter eingestellt werden, unter anderem im Vertrieb. Die Gewerkschaften kündigen Widerstand an.

Nach jahrelangem Kampf stimmen die letzten Bewohner des Lausitzdorfes Horno der Enteignung ihres Grundstücks für den Braunkohletagebau zu.

Vor dem Münchner Schwurgericht beginnt der Prozess um den Mord an den Modemacher Rudolph Moshammer. Dem Angeklagten wird Mord aus Habgier vorgeworfen.

3. November 2005

Das spanische Parlament erklärt sich dazu bereit, über den Entwurf einer Charta für eine erweiterte Autonomie der Region Katalonien zu beraten. Katalonien mit der Hauptstadt Barcelona habe eine eigene nationale Identität, sagt der sozialistische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero.

Die Verlegerin Aenne Burda stirbt im Alter von 96 Jahren in Offenburg.

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