Jahresrückblick
Chronik: April 2008

Im April bauen die USA ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa, der olympische Fackellauf wird durch Proteste gegen China gestört, Silvio Berlusconi wird zum dritten Mal italienischer Ministerpräsident, Hamburg bekommt Deutschlands erste schwarz-grüne Landesregierung, und in Anstetten wird Inzest-Vater Josef Fritzl verhaftet, weil er seine Tochter 24 Jahre im Keller gefangen hielt.

1. April: Das polnische Parlament verabschiedet das Gesetz zur Ratifizierung des EU-Reformvertrages. Damit wird Präsident Lech Kaczynski ermächtigt, das Regelwerk von Lissabon zu unterzeichnen.

1. April: Finnlands Außenminister Ilkka Kanerva muss wegen etwa 200 SMS- Textmitteilungen an eine Stripperin zurücktreten. Kanerva war vier Jahre zuvor in eine ähnliche Affäre verwickelt.

1. April: Eltern können im Normalfall nicht gegen ihren Willen zu Besuchen bei ihren Kindern gezwungen werden. Das entscheidet das Bundesverfassungsgericht im Fall eines Vaters, der jeglichen Umgang mit seinem aus einem Seitensprung stammenden Sohn ablehnt.

2. April: Britische Forscher in Newcastle haben Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Tieren geschaffen. Die Erzeugung dieser Chimären gilt als Fortschritt für die Stammzellenforschung.

3. April: Die Finanzmarktkrise hat die BayernLB mit Belastungen von bis dahin 4,3 Milliarden Euro weit härter getroffen als zunächst angenommen. Im November wird ein Finanzbedarf von 10 Milliarden gemeldet.

3. April: Die USA und Tschechien einigen sich über den Aufbau einer Radarstation für eine Raketenabwehr. Die dazu gehörigen Raketen sollen in Polen stationiert werden. Russland kontert im Herbst mit Plänen für die Stationierung von Raketen im Gebiet Kaliningrad.

3. April: Im Süden Haitis brechen nach der Verteuerung der Grundnahrungsmittel Unruhen aus. Bis zum 9. April kommen in verschiedenen Städten des karibischen Landes mindestens fünf Menschen ums Leben. Am 12. April wird die Regierung entlassen.

4. April: Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) stoppt den für 2009 geplanten höheren Anteil von Biosprit im Benzin. Rund 3,5 Millionen Besitzer älterer Autos hätten teures Super Plus tanken müssen, weil ihre Wagen das neue Biobenzin nicht vertragen.

5. April: US-Präsident George W. Bush trifft im südrussischen Sotschi zu einem Abschiedsbesuch bei Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin ein. Putin scheidet als Kremlchef im Mai 2008 aus, Bush verlässt das Weiße Haus Anfang 2009.

5. April: Hessens CDU-Regierung unter Koch ist nur noch geschäftsführend im Amt. Zwei Monate nach der Landtagswahl findet sich in der konstituierenden Sitzung des Landtags erwartungsgemäß kein Nachfolger für den Posten des Regierungschefs.

7. April: Die Vorstandssprecherin der KfW-Bankengruppe, Ingrid Matthäus-Maier, tritt zurück. Damit zieht sie auch Konsequenzen aus dem Debakel der Mittelstandsbank IKB, an der die Staatsbank beteiligt ist. Für 2007 weist die KfW einen Konzernverlust von rund 6,2 Milliarden Euro aus.

7. April: Der Kosovo gibt sich eine von den USA inspirierte Verfassung. Die Verfassung des jüngsten europäischen Staates wird am 9. April vom Parlament verabschiedet und tritt am 15. Juni in Kraft.

7. April: Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt beginnt der Musterprozess um den Börsengang der Deutschen Telekom. Rund 16 000 Anleger verlangen von dem früheren Staatskonzern Schadenersatz in Millionenhöhe.

7. April: Auf ihrer letzten Station in Europa, in Paris, erlischt die olympische Fackel für rund zwanzig Minuten. Wie am Tag zuvor in London und danach in San Francisco kommt es zu Protesten gegen die Tibet-Politik Chinas.

8. April: Im Streit um die Schließung des Bochumer Nokia-Werks haben sich Unternehmen und Arbeitnehmer auf die Eckpunkte eines Sozialplans im Volumen von 200 Millionen Euro geeinigt.

9. April: Bei der Parlamentswahl in Südkorea erringt die Große Nationalpartei (GNP) einen klaren Sieg und stärkt damit den konservativen Präsidenten Lee Myung Bak.

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