Jahresrückblick
Das war der Mai 2005

Die angekündigte Bundestagsneuwahl nach der SPD-Niederlage in NRW, die neu formierte Linkspartei, der Sieg von Blair bei der Unterhauswahl in Großbritannien, das Nein der Franzosen zur EU-Verfassung und die Eröffnung des Holocaust-Mahnmals in Berlin standen im Mittelpunkt.
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1. Mai 2005

Die Kundgebungen der Gewerkschaften zum 1. Mai stehen im Zeichen der von SPD-Chef Franz Müntefering angestoßenen Kapitalismus-Debatte. Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer kritisiert auf der Hauptkundgebung in Mannheim, in den Vorstandsetagen herrsche "die nackte Gier". In Berlin kommt es erneut zu Ausschreitungen linksextremer Gruppen; 193 Personen werden festgenommen. Weltweit bringt der Tag der Arbeit in Sao Paulo, Havanna und Moskau die meisten Menschen auf die Straße.

Bei einem Anschlag auf eine Trauergesellschaft im Nordirak werden mindestens 25 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt.

Nach der Aufhebung des Notstands in Nepal fordern 10 000 Demonstranten in der Hauptstadt Kathmandu die Wiederherstellung der Demokratie.

2. Mai 2005

Zum Auftakt einer Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags ruft UN-Generalsekretär Kofi Annan die Staatengemeinschaft zu einer vollständigen atomaren Abrüstung auf. Staaten wie Iran sollten auf die Entwicklung eigener Nuklearprogramme verzichten. Atommächte wie die USA und Russland sollten ihre Arsenale weiter abbauen, sagt Annan in New York.

Die amerikanische Soldatin Lynndie England, eine der Schlüsselfiguren im Folterskandal von Abu Ghraib, bekennt sich vor einem Militärgericht in Fort Hood, Texas, der Misshandlung von Häftlingen schuldig.

Bei der Explosion eines unterirdischen Waffenlagers in Afghanistan kommen 28 Menschen ums Leben. Das Unglück ereignet sich in Baschgah, 125 Kilometer nördlich von Kabul.

Adidas trennt sich von Salomon. Nach acht Jahren verkauft Europas größter Sportartikelhersteller die französische Wintersport- und Outdoor-Sparte. Auf der nächsten Hauptversammlung soll der Name von Adidas-Salomon wieder in Adidas geändert werden. Salomon hatte 1997 umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro gekostet. Der Verkauf wird mit 485 Millionen Euro bewertet.

Die frühere US-Landwirtschaftsministerin Ann Veneman tritt ihr Amt als neue Direktorin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF an. Die 55-Jährige ist Nachfolgerin von Carol Bellamy.

Bob Hunter, Mitbegründer von Greenpeace, stirbt im Alter von 63 Jahren in Toronto.

3. Mai 2005

Bundeskanzler Gerhard Schröder spricht sich bei einem Besuch in Sarajevo für eine weitere Annäherung von Bosnien-Herzegowina an EU und NATO aus. Zugleich warnt er vor außenpolitischem Schaden durch die Visa-Debatte und vor einer Abschottung Deutschlands.

Der schiitische Politiker Ibrahim al Dschaafari wird als erster demokratisch gewählter Ministerpräsident des Iraks vereidigt.

Der Iran bekräftigt auf der UN-Konferenz über den Atomwaffensperrvertrag sein Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie einschließlich der Urananreicherung.

Das Verfassungsgericht in Togo bestätigt den Sieg von Fauré Gnassingbe bei der Präsidentenwahl.

Bei der Explosion eines dreistöckigen Hauses in der pakistanischen Stadt Lahore kommen mindestens 25 Menschen ums Leben.

Mit zahlreichen Warnstreiks bei Zeitungsdruckereien bekräftigt die Gewerkschaft ver.di ihre Forderung nach Lohnerhöhungen für die Beschäftigten der Branche.

In Sakkara südlich von Kairo wird eine 2300 Jahre alte und reich verzierte Mumie der Öffentlichkeit vorgestellt. "Wir haben vielleicht die schönste Mumie entdeckt, die jemals in Ägypten gefunden wurde", sagte der Vorsitzende der ägyptischen Antiquitätenbehörde, Zahi Hawass.

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