Jahrestag Concordia-Unglück
Schiffswrack noch immer nicht geborgen

Vor der Insel Giglio liegt seit einem Jahr das Schiffswrack der „Costa Concordia“. Die Bergungsarbeiten kommen nur langsam voran. Das schadet nicht nur dem Tourismus auf der Insel, sondern auch der Umwelt.
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RomWie ein makabres Mahnmal erinnert noch immer das gigantische Wrack der „Costa Concordia“ an die Havarie, die 32 Menschen in den Tod riss – darunter zwölf Deutsche. Es war wohl blanker Leichtsinn und eine tragische Verkettung von Mängeln und Irrtümern, die am 13. Januar vergangenen Jahres zu der Katastrophe führten.

Ein Prozess gegen den Kapitän Francesco Schettino, dessen unrühmliche Fahnenflucht um die Welt ging, könnte in den nächsten Monaten beginnen. „Wir brauchen Normalität“, fordern unterdessen die Menschen auf der kleinen Insel Giglio, vor deren Küste des Koloss liegt.

Was den Inselbewohnern heute aber am meisten am Herzen liegt, ist die Bergung des gekenterten Kreuzfahrtriesen. Doch glücklich ist über das schleppende Tempo niemand. Zwar war allen von Anfang an klar, dass es sich um eines der größten Bergungsmanöver der Seefahrtgeschichte handelt.

Erst hatten die Inselgemeinde und das Bergungsteam gehofft, die 290 Meter lange und 114.500 Registertonnen große „Costa Concordia“ noch 2012 abschleppen zu können. Dann hieß es, man werde es bis spätestens Mai 2013 schaffen.

Damit wäre wenigstens die Saison 2013 gerettet gewesen. Nun rechnen die Techniker des italienisch-amerikanischen Bergungskonsortiums mit September oder Oktober – zur großen Sorge von Inselbewohnern und Umweltschützern. Denn die Probleme sind vielfältig.

Den Bewohnern der als Naturparadies bekannten Insel – „Il Giglio“ bedeutet übersetzt „Die Lilie“ – geht es vorrangig um ihre Existenz. 30 Prozent weniger Urlauber habe man in diesem Sommer verzeichnen müssen, klagt Gemeindesprecher Cristiano Pellegrini.

Und auch die Tausenden Schaulustigen, die das Wrack in der Zwischenzeit anzog, änderten nichts an der kritischen Lage. Denn die blieben immer nur für ein paar Stunden und sorgten oft für zusätzlichen Ärger. So seien vorigen Samstag fünf deutsche Jugendliche bei dem Versuch, sich dem Wrack in einem Schlauchboot zu nähern, beinahe ertrunken.

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