Jahrgang über dem Durchschnitt
Winzer zeigen sich mit 2004-er Wein zufrieden

Die deutschen Weinbauern sind mit dem Jahrgang 2004 bislang zufrieden. Während die Lese auf den Weinbergen vielerorts noch im Gange ist, erwarten manche eine überdurchschnittliche Qualität. Der diesjährige Wein erreicht allerdings nicht die Spitzenwerte des Ausnahmejahres 2003 - nach dem Hitzesommer.

Zwar erreicht der diesjährige Wein nicht die Spitzenwerte des Ausnahmejahrgangs nach dem Hitzesommer 2003 - doch scheint diese Tatsache einigen Winzern durchaus willkommen zu sein. Denn in diesem Herbst sind die Erntemengen wieder deutlich größer als vor einem Jahr und viele Trauben haben mehr Säure: Wichtige Voraussetzung für ein gehaltvolles Bouquet.

Im größten der 13 deutschen Anbaugebiete, Rheinhessen, bewerten die Winzer den 2004-er Wein als überdurchschnittlich - und besonders vielfältig: „Mit diesem Jahrgang ist alles möglich: Vom Tafel- zum Spitzenwein“, sagt der Vorsitzende des rheinhessischen Weinwirtschaftsrates, Ingo Steitz. Auch in der nahe gelegenen Pfalz gehen die Winzer derzeit „sehr, sehr zuversichtlich“ durch ihre Weinberge. „Die Basis ist da für einen großen Jahrgang - aber noch haben wir ihn nicht im Keller“, sagt der Landesvorsitzende des Verbandes der Prädikatsweingüter, Hansjörg Rebholz.

Im ältesten deutschen Weinbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer wird ebenfalls trotz Ernteausfällen durch die Pilzkrankheit Schwarzfäule mit einem guten Jahrgang gerechnet. „Dieser Wein wird eine schöne Ergänzung zum Ausnahmejahrgang 2003, ein Tropfen für jeden Tag: mineralisch und reintönig mit harmonischer Fruchtsäure und nicht zu schwer“, freut sich Weinbaupräsident Adolf Schmitt.

Marktgerechter Jahrgang

„Wir bekommen einen Jahrgang, wie wir ihn wünschen“, sagt der Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Gerhard Hurst. Die Voraussetzungen für eine hohe Erntemenge und eine gute Qualität seien ideal. Zu erwarten seien vor allem frische und fruchtige Weine. Auch in Württemberg seien die Voraussetzungen für eine gute Ernte gegeben, sagt Geschäftsführer Karl-Heinz Hirsch vom Verband in Weinsberg. „Die Mischung aus Sonne und Regen war in diesem Jahr gut für die Trauben.“ Die Winzer in Franken erhoffen sich vom Jahrgang 2004 vorwiegend spritzige Weine. „Diesmal ist noch mehr Lebendigkeit drin, die Weine werden fruchtig und frisch über den Gaumen rollen“, meint der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, Andreas Oestemer. Der Witterungsverlauf sei optimal gewesen - „es hat immer zur richtigen Zeit geregnet“.

Der Präsident des Rheingauer Weinbauverbandes, Klaus-Peter Keßler, spricht von einem „marktgerechten Jahrgang“. Die Reben seien in diesem Jahr bislang sehr gesund, die Mostgewichte hätten zuletzt stark zugelegt. Auch auf den Weingütern weiter südlich an der Bergstraße wird ein guter bis sehr guter Wein erwartet. „Durch den Regen im August und den sonnigen Spätsommer wird der Ertrag über dem Durchschnitt liegen“, sagt Otto Guthier vom Weinbauverband Bergstraße.

„Es wird in diesem Jahr alle Qualitätsstufen geben“, betont der Geschäftsführer des Weinbauverbandes Mittelrhein, Gerd Knebel. „Der Behang ist ordentlich, die Reben und Trauben sind sehr gesund, die Wasserversorgung im Boden stimmt.“ Auch an der Ahr ist man zufrieden: „Bei den Mostgewichten bewegen wir uns im guten Durchschnitt“, sagt der Geschäftsführer des Weinbauverbandes, Horst Gies.

In dem ostdeutschen Weinanbaugebiet Saale-Unstrut rechnen die Winzer ebenfalls mit einer guten Qualität. „Wir setzen aber weiter auf Klasse statt Masse“, kündigt der Vorstandsvorsitzende der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut, Siegfried Boy, an. Um Standards weiter auszubauen, sei in diesem Jahr erstmals nach verschärften Qualitätskriterien vor der Ernte ein Leseplan aufgestellt worden. „Wir haben dafür jede Sorte bei jedem Winzer angeschaut und festgelegt, welche Trauben bei uns zur Verarbeitung angeliefert werden dürfen.“

In Deutschlands kleinstem Weingebiet bei Meißen in Sachsen hoffen die Güter noch auf etwas Sonne - um einen wirklich guten Jahrgang zu bekommen. „Die Oechsle-Grade sind deutlich niedriger als im Vorjahr, dafür haben die Trauben mehr Säure“, sagt der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Christoph Hesse.

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