Verstorbener Sänger Falco

Am 6. Februar 1998 stieß der Geländewagen des betrunkenen und zugekoksten Sängers frontal mit einem Bus zusammen.

(Foto: imago/teutopress)

James-Dean-Effekt Falco ist 20 Jahre nach seinem Unfalltod unvergessen

Seinen Namen hatte er sich von DDR-Skispringer Falko Weißpflog entliehen: Als „Falco“ wurde der Wiener Hans Hölzel zu Österreichs Poplegende. Doch er zerbrach am Ruhm – wie so viele vor ihm.
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WienDas süße Leben der Karibik lockte. Sonne, Strand, Sex und Drogen. Und Falco wollte nur noch weg. Weg aus der Millionenstadt Wien, in der er unter permanenter Beobachtung stand. Die Menschen und die Medien hörten nicht auf, sich für seine Exzesse zu interessieren. Doch das Dasein unter Palmen in der Dominikanischen Republik bekam Falco nicht allzu gut. „Er war alles andere als in Bestform. Es ging ihm nicht wirklich gut“, sagt sein Biograf Peter Lanz.

Am 6. Februar 1998 stieß der betrunkene und zugekokste Sänger am Steuer seines Geländewagens bei der Ausfahrt vom Parkplatz der „Turist Disco“ frontal mit einem Bus zusammen. „Vielleicht hat er in dem Moment den ungewohnten Linksverkehr missachtet“, meint Lanz. Gerüchte über einen Suizid entbehrten jeder Grundlage, ist der Experte auch 20 Jahre nach dem Tod von Österreichs Poplegende überzeugt.

Der Schock in der Musikwelt in Österreich und Deutschland saß tief. 4.000 Fans begleiteten Falco – mit bürgerlichem Namen Hans Hölzel – auf seinem letzten Weg auf dem Wiener Zentralfriedhof. Sie trösteten sich mit dem Kauf des posthum veröffentlichten Albums „Out of the Dark“, das zusammen mit der Single mehr als fünf Millionen Mal verkauft wurde. Der Aufstieg des Wieners, sein turbulentes Leben, seine umstrittenen Songs, sein Niedergang, sein Comeback, sein Tod mit nur 40 Jahren – alles Zutaten für ein prominentes Nachleben. „Das ist wie ein James-Dean-Effekt“, meint Lanz.

Diese Stars verdienen Millionen – auch Jahre nach ihrem Tod
Forbes Magazine
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Als erfolgreichstes Wirtschaftsmagazin stellt das Forbes Magazine regelmäßig verschiedene Rankings auf. Die bekanntesten sind die Aufstellungen zu den reichsten oder den mächtigsten Personen der Welt. Seit einigen Jahren vergleicht Forbes die Einnahmen bereits verstorbener Stars in zwölf Monaten, die aufgrund von Lizenzen und Bildrechten zusammenkommen. Aus den Zahlen seit Oktober 2016 ist die aktuelle Liste entstanden. (Quelle: statista.com)

Platz 13: Bettie Page
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Das Aktmodell Bettie Page wurde in den 1950er Jahren durch eine Reihe von Pin-Up-Bildern bekannt, die sie zur Ikone machten. 1957 verschwand sie plötzlich aus dem Rampenlicht – weil sie sich für zu alt für den Job hielt. Sie gilt als meistfotografierte Frau der Welt; öfter als Marilyn Monroe und Cindy Crawford soll sie in die Kamera gelächelt haben. Später verweigerte sie bei jedem Interview Fotoaufnahmen – damit die Welt sie als „jungen Menschen in Erinnerung“ behielt.

Sieben Millionen US-Dollar „verdiente“ Page im vergangenen Jahr und eröffnet damit das Ranking der verstorbenen Bestverdiener. Schon in den Vorjahren war sie dabei, allerdings mit einem viel geringeren Wert. Dann kam in einigen US-Bundesstaaten eine neue Modekollektion mit dem Namen des Models in die Läden – und steigerte die Einnahmen des 2008 verstorbenen Models um über eine Million US-Dollar.

Platz 12: Elizabeth Taylor
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Sie gilt als Inbegriff einer Diva: Die britische Schauspielerin Elizabeth Rosemond Taylor wurde schon als Kind zum Star und war später auf den roten Teppichen der Welt zu Hause. Ihre Filme sind nach wie vor beliebt und jede öffentliche Vorführung lässt die Kassen klingeln. Immer wieder versteigern New Yorker Auktionshäuser außerdem Juwelen aus ihrer Sammlung. Diamanten und Smaragde tragen ebenso wie die Filme zu den acht Millionen Dollar Einnahmen jährlich bei.

Platz 11: David Bowie
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Vor zwei Jahren ist der britische Musiker David Bowie gestorben, das Geschäft aber geht weiter: 9,5 Millionen US-Dollar sind seitdem zum Vermögen hinzugekommen. Nahezu obsessiv sammelte der Brite Kunst, von der ein Teil 2016 beim Londoner Auktionshaus Sotheby's versteigert wurde: unter anderem das Gemälde „Air Power“ von Jean-Michel Basquiats, das für 8,1 Millionen Pfund an einen unbekannten Bieter ging.

Platz 10: Einstein
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Sein Name ist Synonym für Genialität, sein Gesicht Bildnis für die Verrücktheit im Genialen. Albert Einstein ist auch über sieben Jahrzehnte nach seinem Tod ein beliebtes Werbe-Testimonial. Aber die Regeln sind streng; wer mit dem Physiker werben will, muss bestimmte Kriterien erfüllen. Eine israelische Agentur verwaltet neben den Rechten des berühmten Wissenschaftlers auch die von Charlie Chaplin und Elvis Presley. Jährlich kommen über Marketing mit dem Erfinder der Relativitätstheorie Einnahmen von zehn Millionen US-Dollar zusammen.

Platz 9: John Lennon
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Über 12 Millionen US-Dollar jährlich kann sich John Lennons Witwe freuen: Soviel bringen die „Marke Lennon“ und die Musiklizenzen der 13 Musikalben der Beatles ein. Die überlebenden Beatles Paul McCartney und Ringo Starr verdienen dank dieser Rechte rund 91.000 Euro – am Tag.

Platz 8: Theodor Geisel
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Auf dem achten Platz landet der amerikanische Kinderbuchautor Theodor Geisel, vielen besser bekannt als Dr. Seuss. Seine Bücher wie „Ein Kater macht Theater“ oder Buchverfilmungen wie „Horton hört ein Hu!“ bringen jährlich 16 Millionen US-Dollar ein.

Hölzel wuchs in der Obhut seiner dominanten Mutter und seiner Großmutter auf. Als Fünfjähriger spielte er dank absolutem Gehör Dutzende Schlager auf dem Klavier ganz ohne Noten, erinnerte sich in einer ORF-Dokumentation seine 2014 gestorbene Mutter. Mit 16 Jahren verließ er die Schule und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Nach einem kurzen Intermezzo auf dem Wiener Musikkonservatorium ging Hölzel nach Westberlin – und fand den Namen des DDR-Skispringer Falko Weißpflog sexy.

Als Falco begann Hölzel seine Karriere. In „Ganz Wien“ sah er die Bewohner der Millionenstadt auf Heroin, Kokain oder Mozambin. Es war nur ein erster Auftakt für Texte, die wie beim gewaltverherrlichenden „Jeanny“ auch verstörten. 1982 erschien „Der Kommissar“, der erste weltweit erfolgreiche Rapsong eines Weißen. 1985 landete Falco mit „Rock me Amadeus“ seinen größten Hit. 1986 kletterte der Song auf Platz eins der US-Charts.

Doch Falcos Leben geriet aus den Fugen. Er kokste und trank. Er war auf einer Entziehungskur, als er von der Geburt seiner Tochter erfuhr und gleich zur Klinik eilte. „Er hat sie irrsinnig verwöhnt“, sagt Lanz. In New York habe er ihr einen großen Plüschbären gekauft, der beim Rückflug im Frachtraum verstaut werden sollte. „Das hat er nicht zugelassen und für das Stofftier ein Ticket für die erste Klasse gekauft.“

Dann kam ein schlimmer Moment in seinem Leben. Ein Vaterschaftstest 1993 ergab, dass Falco nicht der Erzeuger seiner Tochter ist. „Das hat ihn aus der Bahn geworfen“, ist sein Vater Alois Hölzel überzeugt. Dennoch schaffte Falco noch einmal ein Comeback. 1996 erschien mit „Naked“ seine letzte Nummer zu Lebzeiten.

Aber für viele ist Falco nicht tot. „Als Musikgenie und Künstler ist er lebendiger als je zuvor“, sagt sein Biograf. Die CDs verkaufen sich gut, das durch viele Städte tourende Falco-Musical ist oft ausverkauft, Fernsehsender planen Dokumentationen, der ORF sendet am 2. Februar einen „Falco-Spezialabend“ – im Zentrum das 2017er-Remake des legendären Konzerts von Falco auf der Donauinsel vor 150.000 Menschen im Jahr 1993. 

Falco hatte mindestens zwei Gesichter, mal gab er den Netten, mal war er deutlich weniger nett. Er sei ein zerrissener Typ gewesen, erinnert sich die nicht-leibliche Tochter Katharina. Zum Trost die Drogen? Wie ein lakonischer Warnruf klingt seine Haltung zum Kokain: „Experimentiert habe ich damit nie, ich habe es immer nur genommen. Ich kann euch also berichten, es führt nirgendwo hin. Es kostet Geld und Zeit und ist zum Auslassen.“

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  • dpa
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