Japan
Kein Wasser mehr in Reaktor Vier

Die Angst der Japaner vor der atomaren Verseuchung wächst. In der Nacht hat sich die Lage weiter verschärft. Auch der Kaiser sprach zu der Bevölkerung.
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Tokio/FukushimaDie Wassertemperaturen in den Reaktoren Fünf und Sechs steigen nach Angaben der Betreiberfirma Tepco. Im Reaktor Vier befindet sich kein Wasser mehr.

+++ 19.16 Uhr +++ Im Abklingbecken des Reaktors Vier befindet sich nach Angaben der US-Atomregulierungsbehörde NRC kein Wasser mehr. Die Radioaktivität sei extrem hoch.

+++ 18.44 Uhr +++ Die EU hat die 27 Mitgliedstaaten aufgefordert, aus Japan eingeführte Lebensmittel auf mögliche Strahlenbelastung hin zu untersuchen. Das bestätigte der Sprecher von EU-Gesundheits- und Verbraucherkommissar John Dalli in Brüssel. Wie Diplomaten berichteten, habe es über das europäische Schnellwarnsystem für Nahrungs- und Futtermittel (RASSF) eine entsprechende Mitteilung an die EU-Länder gegeben. Mögliche Funde sollen an das System zurückgemeldet werden.

+++ 18.26 Uhr +++ Die Zahl registrierter Todesopfer nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Japan ist am Mittwoch weiter gestiegen. Die Polizei bestätigte den Tod von 4.312 Menschen in zwölf Präfekturen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Um Mitternacht (Ortszeit) waren offiziell noch 8.606 Menschen in sechs Verwaltungsbezirken vermisst gemeldet. Die Opferzahl werde unausweichlich weiter steigen, hieß es.

+++ 18.19 Uhr +++ Äußerlich ist das AKW ein einziger Schrottplatz, im Innern soll Wasser die Reaktoren 5 und6 herunterkühlen.

+++ 17.56 Uhr +++ Ein unbemanntes Flugzeug des US-Militärs soll mit seinen hochauflösenden Kameras an diesem Donnerstag mehr Klarheit über das Innere der havarierten Atomreaktoren in Fukushima bringen. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit). D

+++ 17.54 Uhr +++ Die portugiesische Regierung empfiehlt ihren Staatsangehörigen, das Land zu verlassen oder in den Süden auszuweichen. Das russische Außenministerium teilte nach einer Meldung der Agentur Kyodo mit, möglicherweise von Freitag an würden die Familien der Botschaftsangehörigen in Tokio evakuiert.

+++ 17.14 Uhr +++ Die Bundesregierung ist grundsätzlich bereit, bei Bedarf Spezialisten der Bundeswehr zur Bewältigung der Atomkatastrophe nach Japan zu schicken. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Stefan Paris, sagte in Berlin, es gebe
„Vorprüfungen“ im Bereich des ABC-Schutzes. Es habe aber noch keine Anfragen von japanischer Seite gegeben, und man wolle auch keine Hilfen aufdrängen.

+++ 17.05 Uhr +++ Die Wassertemperaturen in den Reaktoren Fünf und Sechs steigen nach Angaben der Betreiberfirma Tepco. Sie hätten um 06.00 MEZ doppelt so hoch wie normal gelegen. Es werde der Einsatz alternativer Kühlmaßnahmen
erwogen.

+++ 16.55 Uhr +++ Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, hat die Situation in Fukushima Eins als „sehr ernst“ bezeichnet. Er werde so schnell wie möglich selbst nach Japan fliegen und danach eine Sondersitzung des Gouverneursrats einberufen, sagte der Japaner am Mittwoch in Wien.


+++ 16.50 Uhr +++ Die amerikanischen Soldaten in Japan brauchen nach einer Anweisung des US-Verteidigungsministeriums eine Sondergenehmigung, um näher als 50 Meilen (80 Kilometer) an den Unglücksreaktor heranzukommen. Als vorbeugende Maßnahme haben einige Flugbesatzungen Jod-Tabletten erhalten, heißt es weiter. Keiner der US-Soldaten in Japan zeige Symptome einer Strahlenerkrankung.

+++ 16.44 Uhr +++ Ungarn hält trotz der Atomkatastrophe in Japan an seinen Plänen zum Ausbau der Kernenergie fest. Es gebe keinen Grund den Meiler Paks vom Netz zu nehmen oder von einer Erweiterung des Kraftwerks abzurücken, sagte eine Regierungssprecherin am Mittwoch in Budapest. „Das Kraftwerk ist sicher, und es gibt kein Ereignis, dass ein Abschalten in irgendeiner Form rechtfertigen würde.“

+++ 16.42 Uhr +++ Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, dass Fahrzeuge mit Wasserwerfern beim Atomkraftwerk Fukushima angekommen sind, um den Reaktor 4 zu kühlen.

+++ 16.38 Uhr +++ Günther Oettinger, Eu-Energiekommissar, sagte über die Lage in Japan: „Man muss befürchten, dass das Ganze in Gottes Hand ist und dass sich in den nächsten Stunden weitere katastrophale Entwicklungen ergeben können.“

+++ 16.36 Uhr +++ Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten werden sich bei ihrem Gipfel in der kommenden Woche (24./25. März) außerplanmäßig mit der Zukunft der Atomkraft in Europa beschäftigen.„Ich kann ihnen jetzt sagen, dass der Europäische Rat am Donnerstag nächster Woche den Schwerpunkt Eurozone und europäische Währung ergänzen oder gar verlagern wird“, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Mittwoch vor Europaparlamentariern in Brüssel.

+++ 15.59 Uhr +++ Knappe Kapazitäten und unveränderte Preise: Damit müssen Flugpassagiere rechnen, die jetzt kurzfristig von Japan nach Deutschland fliegen wollen. Nach den Atomunfällen gebe es in Japan einen „erhöhten Nachfragedruck“, sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow am Mittwoch in Frankfurt. Ebenso äußerten sich bei einer dpa-Umfrage Sprecher der japanischen Fluggesellschaften JAL und ANA, die ebenfalls tägliche Deutschland-Verbindungen anbieten.

+++ 15.59 Uhr +++ Russland sagt der Atomenergie trotz der Katastrophe in Japan und dem Sowjet-Super-GAU vor 25 Jahren in Tschernobyl eine strahlende Zukunft voraus. Regierungschef Putin befeuert die Atomoffensive. Das Land will mit dem Reaktorbau weltweit Milliarden verdienen.

+++ 15.49 Uhr +++ Die Arbeiter im japanischen Katastrophenreaktor Fukushima setzen aus Sicht von Experten Gesundheit und Leben aufs Spiel. „Diese Menschen sind erheblichen Belastungen ausgesetzt“, sagte der Chef der Arbeitsgruppe Strahlungsphysik
am Institut für Kern- und Teilchenphysik der Technischen Universität Dresden, Jürgen Henniger. „Bei solchen Einsätzen ist die Gesundheit der Leute meist gefährdet", sagte er dpa.

+++ 15.35 Uhr +++ Genehmigungsverfahren für Atomkraftwerke müssen strenger werden und auch die Beherrschung des größten möglichen Unfalls (GAUs) miteinbeziehen. Dies fordert der Experte für Reaktorsicherheit und -technik der Universität Aachen, Hans-Josef Allelein, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Wenn Kernenergie weiter genutzt wird, müssen auslegungsüberschreitende Störfälle mit Kernschmelze beherrscht werden“, sagte der Physiker.

+++ 15.35 Uhr +++ Die Europäische Union ist bereit, Japan auch im Kampf gegen atomare Gefahren zu helfen. Dies sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Mittwoch vor dem Euroapparlament in Brüssel. „Wir sind auch bereit, weitere und gezielte Hilfe hinsichtlich der Lage in den Atomkraftwerken zu leisten, sofern wir darum gebeten werden“, sagte er.

+++ 15.24 Uhr +++ Im Nordosten Japans, dem eigentlichen Katastrophegebiet, erschweren Schneeschauer die Rettungsarbeiten. Die Feuerwehr hat ihre Arbeit eingestellt. Die Brandbekämpfer befürchten, wegen der starken Schneefälle nicht zur Feuerwache zurückkehren zu können. „Wir können gerade mal 40 Meter weit gucken“, beschreibt ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes die Wetterlage.

+++ 15.16 Uhr +++ Das Auswärtige Amt geht davon aus, alle deutschen Staatsbürger ausfindig gemacht zu haben, die sich zu Beginn des Erdbebens im Katastrophengebiet in Japan aufgehalten haben. Dies teilte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin mit. Im Großraum Tokio-Yokohama hielten sich derzeit noch etwa 1.000 Bundesbürger auf, sagte der Sprecher weiter.

+++ 14.44 Uhr +++ Der innere Reaktormantel von Block 3 im Atomkraftwerk Fukushima Eins ist nach Regierungsangaben wahrscheinlich nicht ernsthaft beschädigt. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwochabend (Ortszeit). Am Vormittag hatte er noch mitgeteilt, dass der Mantel womöglich schwer beschädigt sei.

+++ 14.38 Uhr +++ Nach Angaben der japanischen Atomsicherheitsbehörde erhitzt sich das Wasser im Abklingbecken des Reaktors Drei im AKW Fukushima.

+++ 14.34 Uhr +++ Flugpassagiere aus Japan werden derzeit bei ihrer Ankunft in Deutschland nicht auf atomare Verstrahlung untersucht. Im Moment werde dafür „noch kein Anlass gesehen“, sagte die Sprecherin des Bundesumweltministeriums, Christiane Schwarte, in Berlin.

+++ 14.19 Uhr +++ Die Deutsche Hilfe für die Opfer in Japan läuft langsam an: „Im Moment ist es noch eine Aktion mit angezogener Handbremse“, sagte Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI).

+++ 14.17 Uhr +++ Hohe Strahlung und böiger Wind haben Hubschrauber-Einsätze zum Kühlen im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins bislang verhindert. Die Maschinen sollten Wasser in den havarierten Reaktor schütten. Die Regierung stoppte vorerst die geplanten Flüge des japanischen Militärs über den Reaktorblöcken 3 und 4, wie die Agentur Kyodo meldete.


+++ 14.14 Uhr +++ Der Wind hat wieder auf Nordwest zurückgedreht und leicht zugenommen. Radioaktive Partikel, die vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima in die Luft geraten, werden bei dieser Wetterlage direkt auf das Meer getragen. An der Situation werde sich in den nächsten Tagen nichts ändern, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD).

+++ 13.10 Uhr +++ Die Agentur Kyodo berichtet unter Berufung auf die japansche Regierung, es sei unwahrscheinlich, dass die Hülle des Reaktors drei im AKW Fukushima schwere Schäden hat.

+++ 12.50 Uhr +++ Aus Angst vor radioaktiver Verstrahlung verlassen ausländische Banker in großer Zahl die japanische Finanzmetropole Tokio. Viele Mitarbeiter haben bereits ihre Sachen gepackt und dem Land den Rücken gekehrt. Offiziell jedoch weisen ausländische Banken Spekulationen über eine Massenflucht von Mitarbeitern aus einem der wichtigsten Finanzzentren der Welt zurück.

+++ 11.59 Uhr +++ Die japanische Polizei will einem Fernsehbericht zufolge versuchen, das Abklingbecken im Reaktorblock 4 des AKW Fukushima mit Wasserwerfern zu kühlen.

+++ 11.52 Uhr +++ Die Atomkatastrophe sorgt zunehmend für Panikkäufe im benachbarten Osten Russlands. In den Apotheken des Gebiets Kamtschatka seien Jodtabletten ausverkauft, teilte die örtliche Gesundheitsbehörde nach Angaben der Agentur Interfax mit. Auch in der etwa 1.000 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima 1 entfernten Großstadt Wladiwostok würden die Menschen in die Geschäfte stürmen und Jod-Medikamente sowie Strahlenmessgeräte kaufen.

+++ 11.35 Uhr +++ Die offizielle Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben und Tsunami in Japan ist auf 4.164 gestiegen. Das berichtete der TV-Sender NHK. Die Zahl der Vermissten geht nach wie vor in die Tausende - sie liege bei mindestens 12.000, hieß es.
Hunderttausende leben seit dem schweren Beben vom vergangenen Freitag in Notunterkünften.

+++ 11.17 Uhr +++ Nach den Atomunfällen in Japan rechnet das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in keinem Fall mit bedenklichen Strahlenwerten in Deutschland. Die aus Japan kommende Radioaktivität werde hierzulande äußerst gering sein, sagte BfS-Präsident Wolfram König „Selbst im schlimmsten Szenario werden wir in Deutschland keine Werte erreichen, die auch nur annähernd bedenklich sind.“ Grund sei die große Entfernung zu den Unglücksreaktoren. König rechnet in 7 bis 14 Tagen mit ersten Messergebnissen in Deutschland.

+++ 10.59 Uhr +++ Die Regierung kündigt an, unverzüglich mit dem Kühleinsatz auf dem Landweg zu beginnen.

+++ 10.35 Uhr +++ Der weltgrößte Betreiber von Atomkraftwerken, der französische Konzern EDF, will Spezialisten und Material nach Japan schicken. Das Unternehmen wolle unter anderem Roboter schicken, sagte der Konzernchef dem Sender RTL.

+++ 10.26 Uhr +++ Laut Regierungssprecher Edano stehen die Vorbereitungen für einen weiteren Einsatz zur Kühlung der Reaktoren auf dem Landweg kurz vor dem Abschluss. Außerdem bittet er die japanischen Gemeinden, die Flüchtlinge aus dem Erdbebengebiet aufzunehmen.

+++ 10.13 Uhr +++ Die Hubschrauber der japanischen Streitkräfte mussten ihren Kühleinsatz abbrechen. Auch im Luftraum über den Reaktoren sei die Strahlung für die Soldaten zu gefährlich, berichtet die Agentur Kyodo. Das Militär will den Einsatz wieder aufnehmen, wenn die Intensität der Strahlung wieder gesunken ist.

+++ 10.06 Uhr +++ In einer Fernsehansprache sagt Regierungssprecher Edano, dass zumindest 20-30 Kilometer entfernt vom Kraftwerk Fukushima keine direkte Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung bestehe.

+++ 10.01 Uhr +++ Japans Militär bricht die Kühlmission ab. Das berichtete der Sender NHK in einem Newsflash.

+++ 09.42 Uhr +++ Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour plädiert dafür, Japan den Einsatz von Spezialkräften der Bundeswehr zur Bewältigung der Atomkatastrophe anzubieten. Nouripour sprach sich für den Einsatz des ABC-Spürpanzers „Fuchs“ und des Truppenentgiftungsplatzes 90 (TEP 90) aus.

+++ 09.38 Uhr +++ Aktuellen Bildern des Senders NHK zufolge haben Hubschrauber der Armee begonnen, die Reaktoren aus der Luft mit Kühlflüssigkeit zu versorgen.

+++ 08.50 Uhr +++ Cäsium und Jod seien im Leitungswasser in der Präfektur Fukushima nachgewiesen worden, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf örtliche Behörden. Dies habe keine Auswirkungen auf die Gesundheit, hieß es.

+++ 08.44 Uhr +++ Der japanische Kaiser hat die Bevölkerung in einer Ansprache zu Besonnenheit aufgefordert. "Ich danke auch der Armee, der Polizei, der Feuerwehr und anderen Einsatzkräften, die im Katastrophengebiet ihr Bestes geben", sagt der Heisei-Kaiser am frühen Mittwochnachmittag auf allen japanischen Sendern. Der Tennô spricht sonst nie in der Öffentlichkeit. Eine der seltenen Gelegenheiten war die Niederlage des Landes vor den Amerikanern im Jahr 1945, als der Kaiser im Radio die Kapitulationserklärung vorgelesen hat. Offenbar folgt er der Einschätzung von Premier Naoto Kan, der die derzeitige Krise die "schlimmste Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg" genannt hat.

+++ 08.39 Uhr +++ Der Autobauer Toyota Motor nimmt die wegen der Erdbebenkatastrophe still gelegte Produktion zum Teil ab Donnerstag wieder auf. Die Bänder in einigen Werken zur Herstellung von Autoteilen sollten wieder anlaufen, teilte der Weltmarktführer mit. Die eigentliche Autoproduktion in seinen zwölf Fabriken bleibe aber unterbrochen, sagte ein Sprecher.

+++ 08.30 Uhr +++ Australiens Außenminister Kevin Rudd fordert seine Landsleute auf, Tokio und die anderen betroffenen Regionen zu verlassen. "Wenn Ihre Anwesenheit nicht notwendig ist, sollten Sie darüber nachdenken, zu gehen", zitiert Kyodo den Minister.

+++ 08.26 Uhr +++ Im Reaktor zwei des Atomkraftwerks Fukushima gibt es nach Angaben des Betreibers eine gewisse Entspannung. Der Druck sei zurückgegangen und die Temperaturen hätten sich stabilisiert, teilte der Energiekonzern Tepco mit. Die Lage im Reaktor vier nannte das Unternehmen dagegen „nicht so gut“.

+++ 08.15 Uhr +++ Japans Premierminister Naoto Kan berichtet, dass bislang 26.000 Menschen aus Erdbebenregion gerettet werden konnten.

+++ 08.06 Uhr +++ Soldaten bereiten sich darauf vor, Wasser mit Hilfe von Hubschraubern auf den Reaktor 3 des Atomkraftwerks Fukushima abzuwerfen. Das berichtet der Fernsehsender NHK. Damit sollen die Brennstäbe gekühlt werden.

+++ 07.46 Uhr +++ Vier in Japan eingesetzte Retter aus Neuseeland und Australien sind geringfügig radioaktiv verstrahlt worden. Das teilte Neuseelands Premierminister John Key mit. Es bestehe aber kein Gesundheitsrisiko für die Helfer. Die Männer, die nach Verschütteten suchen, mussten bei einem Helikopterflug etwa 40 Kilometer von dem beschädigten Fukishima-Atomkraftwerk unplanmäßig zwischenlanden. Auf den Rotorblättern hatte sich Eis gebildet. Bei ihrer Rückkehr an ihren Standort, etwa 120 Kilometer von dem Atomkraftwerk entfernt, sei eine geringe Strahlendosis gemessen worden.

+++ 07.32 Uhr +++ Die japanische Notenbank hat das Finanzsystem nach dem Erdbeben auch am Mittwoch mit einer Geldspritze in Milliardenhöhe gestützt. Angesichts des hohen Bedarfs an Liquidität der heimischen Banken stellte die Notenbank nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo als kurzfristige Notfall-Liquidität 3,5 Billionen Yen (rund 30 Milliarden Euro) zur Verfügung. Schon am Montag und Dienstag hatten die Währungshüter Milliarden in das Bankensystem gepumpt.

+++ 07.25 Uhr +++ Die Lufthansa stellt auf unbestimmte Zeit alle Flüge nach Tokio ein. Das meldet soeben die Nachrichtenagentur Kyodo. Bereits gestern wurde alle Flüge der Lufthansa mit dem Ziel Tokio nach Osaka umgeleitet.

+++ 07.18 Uhr +++ Südkorea will einen Teil seiner Reserven des Halbmetalls Bor nach Japan schicken, um damit die beschädigten Atomreaktoren in Fukushima zu stabilisieren. Die Chemikalie absorbiert Neutronen, verlangsamt die Kernspaltung und soll die Reaktoren so zusätzlich abkühlen. Die Chemikalie, die mit Meerwasser gemischt wird, soll in den nächsten Tagen per Schiff geliefert werden.

+++ 07.10 Uhr +++ Die Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima können zurück auf das Gelände. Die Evakuierungsanordnung sei wieder aufgehoben worden, berichtete der Sender NHK. Zuvor mussten die Arbeiter das Katastrophen-Kraftwerk für kurze Zeit verlassen, nachdem dort zwei weitere Brände ausgebrochen waren und die Strahlung extrem angestiegen war.

+++ 06.55 Uhr +++ Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse am Mittwoch: Die Lage im Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima in Japan ist vollkommen außer Kontrolle. Nach weiteren Feuern an zwei Reaktoren und einem starken Anstieg der Strahlung mussten sich die Arbeiter am Mittwoch zeitweise aus dem Kraftwerk zurückziehen. Ein Löscheinsatz war zunächst nahezu unmöglich, der Brand schwelte für Stunden weiter. Die japanische Regierung forderte nun auch im Ausland Hilfe an. Derweil erschütterten weitere Nachbeben das Land. Sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 fingen Feuer.

+++ 06:32 +++ Die japanische Atomkatastrophe hat in der Millionenmetropole Hongkong Verwirrung ausgelöst. In E-Mails und Blogs war vor einer radioaktiven Wolke vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima gewarnt worden, die auf Hongkong zukomme. Ein Vertreter der Regierung dementierte die Gerüchte am Mittwoch. Beim Messen der Strahlenintensität seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Im Radiosender RTHK betonte Leung Wing-mo, Westwind würde jegliche Radioaktivität von Japan aus nach Osten in Richtung Pazifik treiben - und damit weg von Hongkong. Die Stadt liegt etwa 3000 Kilometer oder einen vierstündigen Flug von der japanischen Hauptstadt Tokio entfernt.

+++ 06:02 +++ In Japan hat es ein weiteres starkes Nachbeben gegeben. Die Erdstöße hätten am Mittwochmittag (Ortszeit) eine Stärke von 6,0 gehabt, teilte die US-Erdbebenwarte mit. Das Epizentrum habe 95 Kilometer östlich der Hauptstadt Tokio gelegen, berichtete die Behörde auf ihrer Internetseite. Auch in der Millionenmetropole waren starke Erdstöße zu spüren. Nach Angaben des Pazifischen Tsunamiwarnzentrums bestand aber keine neue Gefahr für Riesenwellen. Das meldete auch die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ 05.28 Uhr +++ Frankreich fordert seine Bürger in Tokio auf, das Land zu verlassen oder sich nach Südjapan zu begeben. Man habe die Air France gebeten, bei der Evakuierungsaktion zu helfen. Zwei Maschinen seien bereits auf dem Weg.

+++ 05.27 Uhr +++ Der AKW-Betreiber Tepco versucht nach Angaben der japanischen Atombehörde, eine Straße zum Reaktor 4 zu bauen, damit Feuerwehrfahrzeuge den Meiler erreichen können.

+++ 04.52 Uhr +++ In Tokio ereignet sich erneut ein Erdbeben. Gebäude wanken.

+++ 04:49 Uhr Reservisten der japanischen Armee sollen den Menschen in den Katastrophengebiet helfen. Das japanische Kabinett habe dem Plan zugestimmt, Reservisten für Rettungsarbeiten einzusetzen. Das meldete
die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch. Auch für den Einsatz ausländischer Ärzte im Krisengebiet habe sich die Regierung ausgesprochen.

+++ 04.36 Uhr +++ Die Anordnung zur Evakuierung des AKW Fukushima wird nach Angaben der Atombehörde aufgehoben. Zuvor sei die Strahlung wieder gesunken. Nach wie vor ist der Behörde zufolge unklar, ob der Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 beschädigt ist.

+++ 04.16 Uhr +++ Wegen der hohen Strahlung müssen die Arbeiter ihre Tätigkeit im beschädigten Atomkraftwerk aussetzen. Nach einem Anstieg der Strahhlenbelastung müsse die Bewässerung der Reaktoren zur Kühlung der Brennstäbe vorerst eingestellt werden, teilte der japanische Kabinettssekretär Yukio Edano am Mittwoch mit. Außerdem sagte er, dass der innere Reaktormantel von Block 3 beschädigt sein könnte. Endgültige Klarheit gebe es darüber aber nicht.

+++ 03.38 Uhr +++ Die japanische Regierung spricht nach den Worten eines Sprechers mit den US-Streitkräften darüber, bei der Kühlung von Reaktoren zu helfen.

+++ 03.25 Uhr +++ Die japanische Regierung erwägt nach Angaben eines Sprechers nicht, die Evakuierungszone rund um das AKW Fukushima I zu vergrößern.

+++ 03.19 Uhr +++ Venezuela will wegen der Katastrophe in Japan sein Atomprogramm voerst auf Eis legen.

+++ 03.19 Uhr +++ Die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk Fukushima I stieg kurz nach 02.00 Uhr (MEZ) der Regierung zufolge stark an. Etwa eine Stunde später sei der Wert wieder gefallen.

+++ 02.32 Uhr +++ Nach einem Bericht des Fernsehsenders Fuji TV steigt weißer Rauch auch über dem Reaktor 3 des AKW Fukushima auf.

+++ 02.02 Uhr +++ Einem Fernsehbericht zufolge ist über dem Reaktor 4 des Katastrophenkraftwerkes Fukushima I weißer Rauch zu sehen. Zuvor hatte es in dem Gebäude gebrannt.

+++ 01:46 Uhr +++ Die Brennstäbe in Block eins des Katastrophenreaktors Fukushima Daiichi sind in der laufenden Kernschmelze bereits stark beschädigt. Die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power (Tepco) beziffert die Zerstörung in einerm Mitteilung auf 70 Prozent. Im Klartext: Der Kern ist vermutlich schon zu einem erheblichen Teil geschmolzen oder angeschmolzen. In Block zwei liege die Beschädigung bei 33 Prozent. Im Falle einer totalen Kernschmelze droht ein Temperaturanstieg, der das Druckgefäß beschädigen könnte. Dann ist eine Freisetzung radioaktiven Materials nicht mehr auszuschließen. Am Morgen lag die Strahlenbelastung bei 400 Millisievert pro Stunde an einigen Stellen auf dem Kraftwerksgelände. Das ist eine sehr hohe und extrem gefährliche Dosis.

+++ 01.00 Uhr +++ Nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Handelstage eröffnet die Tokioter Börse im Plus. Der Nikkei-Index legt zu Beginn des Handels um knapp zwei Prozent zu. Am Dienstag hatte der Nikkei aus Angst vor einer noch schlimmeren Katastrophe mehr als zehn Prozent seines Wertes abgegeben.

+++ 00:44 Uhr Die Nuklearkrise im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wird möglicherweise schon bald einen weiteren Reaktor erfasst. In Block fünf sei der Wasserstand im Druckbehälter stark gefallen, teilte die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power (Tepco) am frühen Mittwochmorgen mit. Wenn das Wasser den Reaktorkern nicht mehr bedeckt, droht ein Temperaturanstieg. Das kann zur Bildung von explosivem Wasserstoffgas und letztlich zur Kernschmelez führen.

Block fünf wird anders als die Blöcke eins bis drei bisher noch nicht mit Seewasser von außen gekühlt. Statt dessen versorgen mobile Generatoren die vorhandenen Kühlwasserpumpen der Anlage mit Strom. Dieser Zustand gilt als deutlich sicherer. Bleibt der Kreislauf geschlossen, muss die Bedienmannschaft keinen Dampf ablassen, der immer etwas radioaktives Material mitnimmt. Zudem beschädigt das Meerwasser den Reaktor.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Japan: Kein Wasser mehr in Reaktor Vier"

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  • Während die Regierungen der ganzen Welt abklären, welche
    wirtschaftlichen Folgen die Katastrophe in Japan für ihr
    Land hat, Anleger ihr Geld in Sicherheit bringen und Firmen
    ihre Mitarbeiter aus Japan abziehen, versuchen wieder einmal gemeinnützige Organisationen mit Spendengeldern
    wenigstens etwas Hilfe vor Ort zu leisten. Ob das ausreicht, ist fraglich. Wo bleibt das Angebot der Welt,
    auch die japanische Bevölkerung, Frauen und Kinder, Alte
    und Kranke aufzunehmen bis sich die Lage normalisiert hat?
    Leere Wohnungen und Lebensmittel haben wir in unserer Wohlstandsgesellschaft genug, aber vermutlich liegt es wieder am fehlenden Geld und an bürokratischen Hürden.
    Da kann nur jede Nation für sich hoffen, dass es sie
    nicht trifft, denn unsere hochrangigen Politiker sind
    nicht in der Lage, derartige Probleme zu lösen.

  • soviel Schmarrn in einem Kommentar habe ich hier selten gelesen. wenn Du schnell bist, bekommst Du vielleicht noch eine Flug nach Tokio, da werden Leute zum Wassereimer tragen gesucht.

  • @Andre
    Leute Ihres Schlages braucht man jetzt für die Sicherheits- und Aufräumarbeiten in Fukuschima dringend! Ich schlage vor, wer so argumentiert, dem macht es auch nichts aus, vor Ort bei 400 Millisievert zu arbeiten.

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