Japan nach dem Beben
„Wie in The Day After Tomorrow“

Japan steht unter Schock und lässt die Realität noch nicht so ganz an sich heran: Nach Beben und Flut droht nun radioaktive Verseuchung.
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NagoyaDie Zeitungsverkäufer stehen an der Fahrkartensperre der Meitetsu-Eisenbahngesellschaft und schreien die Schlagzeile heraus: "Kühlmittelnotstand auch in Block drei!" Diese Sonderausgabe ist kostenlos. "Solche lebenswichtigen Infos geben wir gratis heraus", erklärt einer der Zeitungsmänner.

Praktisch alle Passanten nehmen hier in der zentraljapanischen Stadt Nagoya eine Ausgabe mit und fangen sofort an zu lesen, obwohl sie sicher schon auf ihrem Handy gelesen haben, was los ist: Im japanischen Kernkraftwerk Fukushima ist seit Sonntagvormittag ein weiterer Reaktor in kritischem Zustand. Der Meiler, der am Samstag explodiert ist, macht jedoch immer noch am meisten Sorge. Es hat sich herumgesprochen, dass die Pumpen und Leitungen der Anlage komplett zerstört sind. Die Feuerwehr kann die Kernschmelze mit ihrem mobilen Pumpen allenfalls verlangsamen.

Ob sie jetzt anders über Kernkraft denkt als vor der Atomkatastrophe? Der Zeitung lesende Passant muss überlegen. Die Frage hat er sich noch nicht gestellt. "Offenbar ist das schon ziemlich gefährlich", sagt Herr Ishimura. Ob er jetzt Angst hat? "Nein, die Regierung hat auch nur 20 Kilometer um das Kraftwerk herum evakuiert." Dann hastet der 47-jährige Büroangestellte weiter - er muss zurück zur Arbeit. Das Leben geht weiter. Vorerst. "Aber auch wenn hier alles normal aussieht: Wir stehen alle unter Schock", sagt Herr Ishimura noch.

Im nahen Kaufhaus laufen Durchsagen der Geschäftsleitung: "Wir drücken unsere Betroffenheit wegen des schweren Erdbebens mit vielen Opfern aus." In der Fernsehabteilung läuft auf allen Bildschirmen eine Nachrichtensendung, in der Experten anhand von bunten Tafeln und Computeranimationen erklären, was so furchtbar schief gegangen ist. Sollten Japans Kernkraftwerke nicht erdbebensicher sein? Jetzt kommt zum Erdbeben und zum Tsunami auch noch eine radioaktive Wolke.

Schon jetzt haben 380 .000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verloren. "Wo ich gewohnt habe, sieht es aus wie in dem Film "The Day After Tomorrow", nur schlimmer", sagt ein Mann, der sich in einer Sammelstelle südlich der Großstadt Sendai auf einer Decke ausgestreckt hat. Er besitzt nur noch die Kleider, die er am Leib hat.

Kommentare zu " Japan nach dem Beben: „Wie in The Day After Tomorrow“"

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  • Udn was noch skuriler ist: mit dieser Katastrophe wächst das Bruttoinlandsprodukt extrem an. Denn in diesem Index werden die negativen Aspekte von Techniken wie Ressourcenverbrauch und Umweltzerstörung sowie Zunahme von Krankheiten nicht mit eingerechnet :-(

  • Die neue Theorie der Schwarzen Schwäne befasst sich mit der Unsicherheit durch unser Nihct-Wissen. Eine kleine Geschichte über Truthähne macht es sehr plastisch, warum wie besser die Finger von so komplexen, risikoreichen und wenig behrrschbaren Techniken wie die Kernkraft lassen sollten:
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/03/13/kernkraftwerke-und-warum-es-ein-wiegen-in-sicherheit-nicht-geben-kann/

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