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Japans Regierungschef: "Schlimmste Krise seit dem zweiten Weltkrieg"

Die Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima war offenbar nur der Auftakt. Die Regierung ist alarmiert und spricht von einer "historischen Notlage".

Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi am Sonntag: großer Sorgenfall. Quelle: dapd
Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi am Sonntag: großer Sorgenfall. Quelle: dapd

Nach dem verheerenden Erdbeben und der Tsunamiwelle sieht Japans Ministerpräsident Naoto Kan sein Land vor einer historischen Notlage. Kan bezeichnete die Katastrophe - auch im Blick auf die Atomkraftwerke - als schlimmste Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Zur Überwindung der Krise komme es nun auf jeden einzelnen Japaner an, so Kan weiter. Die Lage im Umkreis des Atomkraftwerks Fukushima bezeichnete Kan als alarmierend. Nach dem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem anschließenden Tsunami berichteten verschiedene Quellen am Wochenende über Kernschmelzen in zwei Reaktoren des Atomkomplexes.

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Die japanischen Behörden haben auch für das Atomkraftwerk Onagawa den nuklearen Notfall ausgerufen. Das teilte das Land der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien mit. Der Betreiber habe die Situation als niedrigste Stufe des nuklearen Notfalls eingeschätzt. Man habe die drei Reaktoren in dem Atomkraftwerk aber unter Kontrolle. Die Ausrufung des nuklearen Notfalls sei eine Konsequenz daraus gewesen, dass in der Gegend um das Atomkraftwerk Onagawa Radioaktivitätswerte über dem Grenzwert gemessen wurden, teilten die japanischen Behörden der IAEA mit. Man untersuche momentan die Ursache. Experten hatten zuvor berichtet, dass die Radioaktivität in dem Gebiet auch von dem gut 150 Kilometer entfernten Atomkraftwerk Fukushima stammen könnte.

Zugleich nahm jedoch ein japanischer Regierungssprecher seine eigenen Aussagen über eine Kernschmelze im erdbebenbeschädigten Kraftwerk Fukushima 1 zurück. Yukio Edano sagte, es habe im Reaktor 3 am Sonntag keine Kernschmelze stattgefunden. Radioaktive Strahlungswerte im Kraftwerk überschritten am Sonntag die zugelassenen Werte, doch Edano versicherte, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.

Experten sind da skeptischer: Die Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima könnte nach Ansicht des Strahlenbiologen und -mediziners Prof. Edmund Lengfelder noch schlimmere Folgen als die von Tschernobyl haben. Der Wissenschaftler vom Otto-Hug-Strahleninstitut in München sagte am Sonntag, dass die Situation in Japan noch dramatischer sei als von der Regierung dargestellt.

Auch die japanische Atomaufsichtsbehörde warnt bereits vor einer weiteren Verschlechterung des Zustands im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi. "Block drei können wir nach derzeitigem Stand instabil nennen", sagt ein Abteilungsleiter am Sonntagnachmittag (Ortszeit) in Tokio. Wegen der laufenden Schmelze des Reaktorkerns spalte sich der Wasserstoff vom Sauerstoff des Kühlwassers. Der Wasserstoff bilde zusammen mit der Luft ein explosives Gemisch in dem Reaktorgebäude.

Unter dem Dach eines weiteren Blocks des Katastrophenkraftwerks sammelt sich leicht entzündlicher Wasserstoff. „Die Möglichkeit einer erneuten Explosion ist nicht völlig von der Hand zu weisen“, sagte Regierungssprecher Yukio Edano  am Sonntagnachmittag in Tokio.

  • 13.03.2011, 14:32 UhrAnonymer Benutzer: Infowarrior

    Welcher Praktikant hat denn den Artikel zusammengeschustert? Ist das Handelsblatt nicht in der einen längeren Text strukturiert zu schreiben?
    Warum wird hier immer wieder der Vergleich mit Tschernobyl gezogen, da es sich beim Typ des kkws nicht um einen Typ wie im Falle Tschernobyls handelt.

  • 13.03.2011, 11:23 UhrAnonymer Benutzer: Oelblase

    @helle

    Was passiert denn, wenn man den Kern nicht kühlt ?
    Bzw. muss man den geschmolzenen Kern überhaupt abkühlen ?

    Ich meine, man kann das ja nach dem Motto von Schwarz-Gelb machen:

    Ist die K*cke erstmal am Dampfen, dann tun wir erstmal so, als ob nichts gewesen ist und warten so paar Monate ab - bis sich alles beruhigt hat.

  • 13.03.2011, 09:43 UhrAnonymer Benutzer: helle

    Fukushima-1 ist ein sehr altes Kraftwerk (Bauzeit 4 Jahre, ging 1967 in Betrieb) und mit nur 460MW sehr klein.
    Es wurde zwar immer wieder in Teilen erneuert, aber an den prinzipiellen Grundkonstrukionen des Reaktors
    und den Sicherheits-Grundkonzepten konnte nichts mehr geändert werden.
    Das Bau-Konzept stamm von GE aus den Jahren 1958-1960, MIt den damals bekannten, besser unbekannte
    Gefahrenpotentialen. Es gab noch keine Erfahrungen und Lehren aus den großen Unfällen in Harrisburg, Windscale und Chernobyl,
    die kleinen Unfälle wurden eh vertuscht.
    Somit ist die Grund-Konstruktion wie ein "normles" Dampfkraftwerk ausgelegt mit ein bisschen "AKW"- Sicherheit, mehr nicht, das rächt sich jetzt!

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