Je alltäglicher eine Szene wirkt, desto mehr Arbeit steckt dahinter
Tierische Karriere

Tiertrainer setzen Vierbeiner, Vögel und Insekten nach Regieanweisung punktgenau in Szene und macht sie damit zu Filmstars.

Gebannt starrt Albert Speer zum Fenster, vor dem gerade eine graue Taube landet. Tier und Mensch sehen sich an. Ein Augenzwinkern, ein Flügelschlag. Und schon ist die Taube wieder verschwunden. Eine Szene, die sich jeden Tag irgendwo in der Welt ereignet. Eine Szene, die eigentlich nichts Besonderes ist – wäre da nicht das Drehbuch, dass sie auf Bruchteile einer Sekunde genau vorschreibt, und das unter riesigen Scheinwerfern, wuchtigen Kameras, hochkonzentrierten Menschen und jeder Menge Hektik. Die Szene wird in diesem Sommer über Deutschlands Bildschirme flimmern, denn der Mann am Fenster ist der deutsche Schauspieler Sebastian Koch in der Rolle von Hitlers Baumeister Albert Speer – in Heinrich Breloers Dokumentation.

Und die Taube „Trick“ ist Statistin. Hinter den Kulissen steht Christoph Kappel, um seinen fliegenden Schützling in Empfang zu nehmen. In einer Transportbox neben ihm wartet bereits „Track“ – Tricks taubengrauer Lebensgefährte, der seine Angebetete keine Sekunde aus den Augen lässt.

Per Zuruf hat Kappel seinen geflügelten Star dazu gebracht, zielsicher am Fenster zu landen, den Schauspieler anzusehen und auf Kommando wieder zu ihm zurückzukehren. „Je alltäglicher eine Szene wirkt, desto mehr Arbeit steckt dahinter“, verrät der Tiertrainer. Sein Job ist es, Vierbeiner, Vögel und Insekten nach Regieanweisung punktgenau in Szene zu setzen. Um das zu erreichen, hat der 34-jährige Münchener die Tiere von klein auf großgezogen, kontinuierlich trainiert und eine freundschaftliche Beziehung zu ihnen aufgebaut – „mit viel Feingefühl, Geduld und Vertrauen“, betont er.

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