Jemen
Vier Franzosen im Jemen entführt

dpa SANAA/BERLIN. Eine Gruppe bewaffneter Männer hat am Sonntag im Jemen vier Franzosen entführt. Wie es aus Stammeskreisen hieß, sollen fünf Clanmitglieder freigepresst werden, die wegen eines Blutrachemords inhaftiert sind.

Die Fünf sollten bereits Ende vergangenen Jahres freikommen. Damals war der frühere deutsche Staatssekretär Jürgen Chrobog und dessen Familie während einer Urlaubsreise im Jemen von dem gleichen Al-Abdullah-Stamm verschleppt worden. Er wurde unter der Bedingung freigelassen, dass die fünf Inhaftierten von den Behörden auf freien Fuß gesetzt würden. Die Regierung hielt sich jedoch nicht an das Abkommen.

Die Kidnapper stoppten am Sonntag einen Touristenkonvoi von vier Fahrzeugen in der Region Schabwa und zwangen die vier Franzosen zum Aussteigen. Zuerst hatte es am Sonntag geheißen, auch ein Deutscher sei unter den Entführten. Dies wurde später vom Tourismusministerium dementiert. Die Verschleppung der vier Franzosen wurde auch vom Außenministerium in Paris bestätigt.

Der Al-Abdullah-Stamm hatte im Dezember 2005 die Chrobogs in der gleichen Gegend, rund 450 Kilometer südöstlich von Sanaa, verschleppt. Der deutsche Ex-Diplomat und seine Familie waren damals nach dreitägigen Verhandlungen zwischen den Entführern und der Regierung in Sanaa freigelassen worden.

Das Auswärtige Amt weist in seinen Reiseempfehlungen für das südarabische Land ausdrücklich auf das Entführungsrisiko hin. „Von Reisen in die Provinz Schabwa wird auf Grund jüngster Drohungen ganz abgeraten“, heißt es in der zuletzt Anfang August aktualisierten Warnung des Ministeriums.

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