Jetzt drohen bis zu 15 Jahre Haft
Tatvorwürfe gegen Dresdner Bombenleger erweitert

Gegen den geständigen Bombenleger vom Dresdner Hauptbahnhof wird nun auch wegen schwerer räuberischer Erpressung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Das teilte der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, Andreas Feron, mit.

HB DRESDEN. Der Haftbefehl gegen den am Sonntag festgenommenen 62-jährigen Mann aus Ellefeld (Vogtland/Sachsen) lautete zunächst auf Vorbereitung eines Explosionsverbrechens. Dafür ist eine Strafe zwischen 6 Monaten und 5 Jahren Haft vorgesehen. Bei schwerer räuberischer Erpressung drohen hingegen 5 bis 15 Jahre Freiheitsentzug.

Der mutmaßliche Täter hatte am 6. Juni auf dem Hauptbahnhof Dresden eine Kofferbombe deponiert. Der Sprengsatz wurde rechtzeitig entdeckt und entschärft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der tatverdächtige Immobilien- und Finanzmakler aus Geldnot die Deutsche Bank in Frankfurt/Main erpressen wollen. Die unterschiedlichen Geldforderungen beliefen sich auf Summen von 50 bis 120 Millionen Euro. In der Vernehmung gab der vorbestrafte Geschäftsmann zu, die Kofferbombe gebaut und auf dem Bahnhof abgestellt zu haben. Allerdings bestritt er, dass der Sprengsatz scharf war und gezündet werden sollte. Er habe die Bombe mehr als „Drohsignal“ an die Deutsche Bank bezeichnet, sagte Feron.

Die Staatsanwaltschaft bezweifelt diese Darstellung. Bei Durchsuchungen in Wohn- und Geschäftsräumen des Mannes wurden auch Fernzünder gefunden. Nach Angaben von Feron ist nicht entscheidend, ob die Kofferbombe „scharf“ war oder nicht. Der „Tatbestand der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens“ sei auch ohne „scharfe“ Bombe erfüllt. Nach Aussagen des Sächsischen Landeskriminalamtes wurden bei Durchsuchungen von Wohnungen und Geschäftsräumen in Sachsen und Hessen Beweise wie Sprengstoff, Sprengschnüre, Zünder, Waffen und diverse Bauteile sicher gestellt. Einen terroristischen Hintergrund schließen die Ermittler aus.

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